- Im ausverkauften Stadtsaal des Veranstaltungsforums gab es am vergangenen Sonntag eine kleine Sensation: Zum ersten Mal seit fünf Jahren konnte ein Finalist des Kabarettwettbewerbs sowohl die Jury überzeugen als auch das Publikum für sich gewinnen.
Gregor Pallast entscheidet Jury- und Publikumspreis für sich
Simone Bandurski

Fürstenfeldbruck - Im ausverkauften Stadtsaal des Veranstaltungsforums gab es am vergangenen Sonntag eine kleine Sensation: Zum ersten Mal seit fünf Jahren konnte ein Finalist des Kabarettwettbewerbs sowohl die Jury überzeugen als auch das Publikum für sich gewinnen. Gregor Pallast stellte damit unter Beweis, dass intelligentes politisches Kabarett auch im Jahr 2019 hochgeschätzt wird.

Die fünfköpfige Jury um Sprecher Winfried Frey überzeugte Pallast mit seiner sehr guten Bühnenpräsenz sowie seinen intelligenten und hochaktuellen Texten. Der Bonner Gymnasiallehrer für Sozialwissenschaft nahm sich die Klimapolitik und die Autoindustrie vor, und schaffte es, innerhalb von zwanzig Minuten komplexe Zusammenhänge zu erklären und kabarettistisch aufzuarbeiten. Sein „hervorragender dramaturgischer Bogen“, so Winfried Frey, überzeugte die Jury einstimmig. Der Doppelsieger durfte so insgesamt 4.000 Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen.

Den zweiten Platz (2.000 Euro) sicherte sich die gebürtige Fränkin Mia Pittroff, die das Publikum mit ihren Pointen zwischen Provinz und Großstadt, zwischen Anhängern der Arte-Hochkultur und Berliner Baumlegasthenikern für sich gewann. Ihre Vielfältigkeit bewies sie mit einer gekonnten Gesangseinlage über „Spießbürger Jürgen“. Mia Pittroffs Fans haben am 29. Februar 2020 die Chance auf ein Wiedersehen: Sie wurde für einen Kurzauftritt beim Fürstenfelder Salvator ausgewählt, dem zünftigen Starkbierfest im Veranstaltungsforum.

Auch Christina Baumer arbeitete mithilfe ihrer Alter Egos Chris und Tina Unterschiede zwischen Stadt und Land heraus: von Essgewohnheiten der Frutarier bis zu Food-Bildern der Social Media-Generation. Mit ihrer temperamentvollen Darstellung erspielte sie sich den vierten Platz (1.000 Euro Preisgeld). Der Kraillinger Klavier-Comedian Florian Wagner begeisterte mit seinem Charme und seiner Virtuosität am Klavier, wo er unter anderem Helene Fischers „Atemlos“ auf Mozart‘sche Art interpretierte. Für die Jury ergab sich ein guter dritter Platz (dotiert mit 1.500 Euro). Florian Wagners charmante Art bleibt dem Paulaner Solo-Wettbewerb erhalten  ̶  er wird die zwei Vorrunden 2020 moderieren.

Bestens aufgelegt führte Moderatorin Constanze Lindner durch den Abend. Sie animierte das Publikum zur großen Erheiterung zu gegenseitigen Rückenmassagen und integrierte den Fürstenfeldbrucker Oberbürgermeister Erich Raff in ihr Programm.

Paulaner Solo+ ist ein hochdotierter Nachwuchswettbewerb für Solisten und Gruppen aus Kabarett, Comedy und Kleinkunst. Der Wettbewerb wird gemeinsam vom Veranstaltungsforum Fürstenfeld und der Paulaner Brauerei München ausgerichtet. In zwei Vorrunden präsentieren sich jeweils vier Kandidaten. Je zwei Kandidaten pro Runde werden vom Publikum und einer Jury ins Finale weitergeleitet. Im Finale entscheidet eine Fachjury über die Vergabe der Plätze 1 bis 4. Zusätzlich zu diesen Jurypreisen vergeben die Zuschauer hier an ihren Favoriten den Publikumspreis. Infos über den Wettbewerb finden Sie auch unter www.paulaner-solo.de und www.fuerstenfeld.de.

 

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