„Stopsel raus!“ lautete am Freitag der Auftakt zur Jahresversammlung des Geisenbrunner Stopselvereins. Dem Kommando des Vorsitzenden Bernhard Vornehm leisteten im „Speisewerk“ rund 50 Mitglieder Folge. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Ernennung von Otto Loschko zum Ehrenmitglied.
Punkt eins auf der Tagesordnung war die Ernennung von Otto Loschko (links im Bild) zum Ehren-Mitglied.
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Geisenbrunn – „Stopsel raus!“ lautete am Freitag der Auftakt zur Jahresversammlung des Geisenbrunner Stopselvereins. Dem Kommando des Vorsitzenden Bernhard Vornehm leisteten im „Speisewerk“ rund 50 Mitglieder Folge. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Ernennung von Otto Loschko zum Ehrenmitglied.

Wer in die bayerischen Gepflogenheiten nicht eingeweiht ist, verfolgt den Brauch der Stopsler mit vielen Fragezeichen. Trifft nämlich ein Stopsler auf einen weiteren und kann dieser dann nach Aufforderung seinen Stopsel nicht vorzeigen, muss er eine kleine Geldstrafe zahlen. Heißt, oberstes Gebot bei den Stopslern ist es, seinen Stopsel stets dabei zu haben. Was die rund 50 Mitglieder am Freitag auch hatten und ihn nicht nur vorzeigten, sondern zur Begrüßung damit auch rhythmisch auf die Tische klopften. Der offizielle Teil konnte beginnen.
 

Punkt eins auf der Tagesordnung war die Ernennung von Otto Loschko zum Ehren-Mitglied. Obwohl der Name des Probanden schon länger feststand, wurde er bis zum Beginn der Jahresversammlung geheim gehalten. „Wir haben auch ihn nicht eingeweiht und auch nicht gefragt, ob er überhaupt will“, räumte Bernhard Vornehm ein. Überrascht war Otto Loschko dann doch, sagte aber sofort zu, die Ehre anzunehmen. Bei den Stopslern mit dabei ist der heute 80Jährige seit November 1959. Seither habe er auch die Vereinsgeschichte maßgeblich mitgestaltet, betonte Vornehm. „Unter anderem übernahm er bis 2019 mehrmals den Vorsitz und war bis vor vier Jahren auch noch im Amt als Beisitzer.“ Vornehm hob außerdem hervor, dass Loschko bei allen Aktionen, wo Muskelkraft gefragt war, mit vorne dran war, Verbesserungen anregte sowie den Verein stets mit viel Fingerspitzengefühl aber auch handwerklicher Geschicklichkeit unterstützt habe. „Und er hat zur rechten Zeit auch ein offenes Wort gesprochen. Es ist gut, wenn es Menschen gibt, die sagen was Sache ist und nicht hinterm Berg damit halten.“ Loschko verfolgte die lobenden Wort mit Vergnügen, räumte aber frotzelnd ein: „Naja, die Jüngeren hob‘ i scho amoi sehr zart ogredt, weils wieda amoi d’spät dro warn. I glab aber, es hod jeder vastandn.“

Nach der Aushändigung der Urkunde an das neue Ehren-Mitglied ging der Vorstand über, Rechenschaft für das Jahr 2023 abzulegen. Rückblick hielt in gewohnt humorvoller Weise Schriftführer Markus Rippl. Von zahlreichen gelungenen Festen erzählte er, aber auch von Missgeschicken, die er mit lustigen Details aufwertete. Vornehm wiederum blickte nach vorne auf das Jahr 2024, in dem um Ostern herum die Geisenbrunner Kapelle durch Eigenleistung saniert werden soll. Außerdem formierte sich ein Arbeitskreis, der die historische Aufarbeitung des im Jahr 1908 gegründet Vereins übernehmen wird. „Wir werden alle vorhandenen Ordner für eine künftige Chronik sichten, aber auch wichtige Dokumente und Fotos digitalisieren“, sagte Vornehm. Er appellierte zudem an alle Bürger, nachzuschauen, ob sie in ihren Schubladen oder im Speicher noch Geschichten oder Fotos zum Stopsler-Verein liegen haben und sich dann mit ihm unter Telefon 0172-8911818 in Verbindung zu setzen. Abschließend stellte Vornehm fest: „Es war ein erfolgreiches und schönes Jahr, bei dem wieder einmal gezeigt wurde, dass ein intaktes Vereinsleben dazu beiträgt, dass man gerne zusammenkommt, zum Feiern aber auch, um am Ort Sinnvolles in die Hand zu nehmen oder aber auch mal Menschen in Not zu helfen.“ LeLe

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