Ziel einer umstrittenen Novellierung der Bayerischen Bauordnung ist, durch Reduzierung der Abstandsflächen mehr Baurecht auf eigenem Grundstück zu ermöglichen. Der Gemeinderat in Gilching ging eigene Wege und erließ in der Ratssitzung am Dienstag eine für die Kommune gültige Satzung.
Der Gemeinderat in Gilching ging eigene Wege und erließ in der Ratssitzung am Dienstag eine für die Kommune gültige Satzung.
Amper-Kurier

Gilching – Was einerseits den Häuslebauer freut, freut nicht gleichermaßen die Nachbarn. Ziel einer umstrittenen Novellierung der Bayerischen Bauordnung ist, durch Reduzierung der Abstandsflächen mehr Baurecht auf eigenem Grundstück zu ermöglichen. Der Gemeinderat in Gilching ging eigene Wege und erließ in der Ratssitzung am Dienstag eine für die Kommune gültige Satzung.

Was Deutschlandweit schon gültig ist, solle durch die Novellierung jetzt auch in Bayern eingeführt werden. Danach werden in Gemeinden unter 250000 Einwohner die Abstandsflächen zum Nachbarn neu berechnet und gleichzeitig reduziert. Statt ein „H“ wie bisher, gleichbedeutend mit einer Wandhöhe ohne Dach, will der Freistaat künftig bei privaten Bauvorhaben nur noch 0,4 H Abstandsfläche anrechnen. Bei einem Neubau mit zehn Metern Wandhöhe mussten bisher zehn Meter Abstandsfläche berücksichtigt werden. Künftig wären es nur noch vier Meter. Die Höhe von Dächern wird je nach Neigung be- und prozentual dazu gerechnet.

„Letztendlich aber würden die neuen Bauvorhaben näher an die bestehende Bebauung heranrücken und der oft kritisierten Verdichtung in gewachsenen Vierteln Vorschub leisten“, kritisierte Bürgermeister Manfred Walter in der jüngsten Bauausschusssitzung. Weshalb es unter anderem in der so genannten Waldkolonie schon jetzt etliche Beschwerden der Anwohner gab. Um dem Einhalt zu bieten, erstellte die Gemeinde nun eine eigene Satzung, die das Abstandsflächenrecht individuell regelt. Beschlossen wurde, anstelle der vom Freistaat vorgegebenen 0,4 H künftig 0,8 H Abstandsfläche – bei zehn Metern Wandhöhe gleich acht Meter Abstand - festzuschreiben. Kommt dieser Berechnung noch die Dachneigung hinzu, sind weitgehend wieder die alten Bedingungen gegeben, betonte Walter. „Ob unsere Satzung letztendlich rechtssicher ist, kann bisher weder ein Jurist noch eine Behörde vorhersagen. Das wird die Zukunft zeigen.“ Verabschiedet wurde sie einstimmig. LeLe

Kategorie

Das könnte Sie auch interessieren

Fürstenfeldbruck – Einen Rück- und Ausblick über das Vorjahr und die diesjährigen Projekte gab unlängst das Museumsteam: 2025 waren die Ausstellungen „Bruck bewegt!“ Migrationsgeschichte(n)“, „Zingerl – Das unbekannte Frühwerk“ (im Kunsthaus), „Du = Wir | Fürstenfeldbrucker Stadtgeschichte(n)“, in Kooperation mit St.

Fürstenfeldbruck – Noch bis Sonntag, 22. März ist die Open-Air-Ausstellung „Deine Orte der Demokratiegeschichte“ in Fürstenfeldbruck zu sehen.

Fürstenfeldbruck – Am 2. März haben bei der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck sechs neue Einsatzkräfte ihren Dienst angetreten, die nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung und teilweise vorübergehender Anschlussverwendung zum Monatsbeginn zum Polizeipräsidium Oberbayern-Nord versetzt wurden.

Fürstenfeldbruck – In der Stadt ist man bemüht, auch etwas für die jüngere Generation zu tun.

Fürstenfeldbruck – Wer glaubt, Arbeitselefanten gäbe es nur in Asien, wird in Bruck eines Besseren belehrt. Hier unterstützt ein solcher die beiden neuen Mitarbeiter des städtischen Bauhofs.

Gilching - Der Frühling naht und mit ihm das neue Sommersemester der vhs Gilching, Weßling und Wörthsee! Die Einschreibung fürs neue Sommersemester hat begonnen – das Programmheft liegt an den bekannten Stellen (vhs, Rathäuser etc.), alle Kurse stehen online und in vielen Kursen sind noch Plätze frei!

Fürstenfeldbruck – Dass Schlaganfallpatienten und -patientinnen nach den hohen Qualitätsstandards der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe optimal versorgt werden, bestätigte sich vor kurzem bei der erneuten Überprüfung der Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) im Brucker Klinikum.

Gilching - Lange Zeit blieb die Tür zum "JuCa" im evangelischen Pfarrzentrum nach einem massiven Wasserschaden, verursacht durch ein Starkregen-Ereignis im August 2024, geschlossen. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, haben rund zwanzig Jugendliche die Ärmel hochgekrempelt  und über Monate hinweg ungewöhnliche Schwerstarbeit geleistet.