Von links: Carsten Vicari (Drums), Seefelds Bürgermeister Wolfram Gum (Vocal/Gitarre), Claus Angerbauer (Vokal/Gitarre) und Gilchings Rathauschef Manfred Walter (Vocal/Bass).
Lele
Gilching - „Papier ist geduldig. Deshalb dürfen wir nicht lockerlassen, damit die in vielen Stunden erarbeiteten Vorschläge auch umgesetzt werden“, sagte Sophie von Wiedersperg anlässlich des Aktionstages für Menschen mit und ohne Behinderung. Bereits zum zweiten Male fand dieser Projekttag im Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching statt. Rund 120 Teilnehmer beteiligten sich an der Diskussion.    
Die Initialzündung, im Landratsamt eine oder einen Behinderten-Beauftragte(n) zu etablieren, ging vor 37 Jahren von Seefelds Bürgermeisterin Ingeborg Bäss aus, erklärte Landrat Karl Roth am Samstag anlässlich des gut besuchten Aktionstages. Bäss, unter Landrat Rudi Widmann auch stellvertretende Landrätin, starb im Juni 2009. Während ihres politischen Engagements setzte sich die FDP-Frau unentwegt für die Belange behinderter Menschen ein. „Seither ist viel passiert“, betonte Roth. Unter anderem habe der Landkreis im Herbst 2015 unter dem Motto „Gemeinsam stärker“ begonnen, einen Aktionsplan für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln. Roth: „Jetzt ist es so weit. Der Aktionsplan ist fertig und ich freue mich sehr, dass wir damit der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen einen großen Schritt nähergekommen sind.“ Derzeit leben im Landkreis Starnberg etwa 13000 Menschen mit einer Behinderung. Das entspricht etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Roth signalisierte, dass den Prognosen zufolge diese Zahl ansteigen wird, was sich alleine schon aus der Alterspyramide ergebe.
An dem mittlerweile 270 dicken Aktionsplan haben 18 Arbeitsgruppen in vier Workshops mitgewirkt. Darüber hinaus wurden über 950 Betroffene, ihre Angehörigen und die vierzehn Kommunen zu den aktuellen Gegebenheiten befragt. Herausgekommen sind über hundert Maßnahmen und Empfehlungen, die am Samstag vorgestellt und noch einmal auf ihre Dringlichkeit überprüft wurden. „Sie sollen mit dazu beitragen, das Ziel einer inklusiven Gesellschaft in unseren Landkreis zu verwirklichen“, betonte Roth. Bei allen Arbeitskreisen mit dabei auch Sophie von Wiedersperg. Die Gleichstellungsbeauftragte im Landratsamt Starnberg betonte, dass zwar schon viel getan wurde, jedoch „gibt es noch viele Lücken, die geschlossen werden müssen“.
Zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung am Samstag zeigte sich unter anderem Friedrich Büttner, Leiter des Fachbereichs Sozialwesen im Landratsamt Starnberg und Mitorganisator des Aktionstages. „Der Ort hier ist ideal, weil die Schule behindertengerecht ist. Außerdem gibt es genügend Platz für die Arbeitskreise.“ Insgesamt tagten in den Klassenzimmern den Tag über sechs Arbeitskreise mit je 15 Teilnehmern. Mit dabei nicht nur körperlich, sondern auch geistig behinderte Erwachsene und Kinder, die ihren Beitrag leisteten. Durchs Programm führten Anna Möll und Nico Wunderle. „Ich bin richtig stolz auf unseren Nico“, sagte Peter von Quadt, Vorsitzender des Vereins FortSchritt. Nico, seit Geburt an einer Spastik erkrankt, war einer der ersten, der bei FortSchritt nach der Petö-Methode betreut wurde und sein Leben beziehungsweise sein Studium trotz Behinderung erfolgreich meistert. Der Verein FortSchritt stellte am Samstag außerdem zwei Shuttle-Busse für den Transport behinderte Menschen zur Verfügung. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgten die „Francis-Band“ und „Doktor SchiWaGu“ mit den Special-Guests Claus Angerbauer und Carsten Vicari. LeLe
Kategorie

Das könnte Sie auch interessieren

Olching – Jetzt beginnt beim Vogelnotruf in Olching wieder die Hochsaison der Jungvögel in Not. Dann kommen täglich neue hilflose Piepmätze, die von Hand aufgezogen werden müssen.

Gilching – Der neue Bürgermeister von Gilching heißt Stefan Siegl. Der 49-jährige Kandidat der Freien Wähler gewann die Stichwahl mit 66 % gegen den CSU-Kandidaten Roland Schrafstetter, der auf 34 % der Stimmen kam. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,4 %. Wobei es von Beginn der Auszählung an eindeutig war, wohin der Wählerwille tendiert.

Landkreis – Nach drei Jahrzehnten fest im Amtssitz wurde der 63-jährige Thomas Karmasin (CSU), Jurist und u. a. auch Präsident des Bayerischen Landkreistags, erneut für weitere sechs Jahre als Landrat gewählt.

Fürstenfeldbruck – Bis zum Jahr 1974 war der 21. ein besonderer Geburtstag, man hatte Grund zu feiern, man wurde volljährig. Obwohl also der 21. Geburtstag eigentlich kein besonderer mehr ist, trafen sich am 20. März im Pfarrheim St. Bernhard an die 50 Frauen, um mit einem stimmungsvollen Fest den 21. Geburtstag des Frauentreffs zu feiern.

Gilching – Wer kennt es nicht. Da steht ein Schrank an der Wand, wo er auch hingehört, und ist gefüllt mit Kleidungsstücken oder irgendwelchem anderen Krimskrams. Nicht so beim hiesigen Wirt Herbert (Herbert Schäufler) und seiner Frau (Ulrike Ratty).

Gilching - Der neue Gilchinger Gemeinderat wird deutlich vielfältiger, aber auch zersplitterter. Während die CSU als klarer Wahlsieger hervorgeht, ziehen mit der AfD (zwei Sitze) und der Linken (ein Sitz) neue Kräfte ins Ratsgremium ein. In Punkto Bürgermeisterwahl kommt es am Sonntag, 22.

Landkreis – Mit Spannung verfolgt wurden allerorts die Kommunalwahlen am vergangenen Sonntag. In Egenhofen, Hattenhofen, Oberschweinbach und Olching ziehen mit Robert Köll (BGE), Jörg Sändig (DG), Lutz Rosenbaum (DmZ) und Maximilian Gigl (CSU) neue Bürgermeister ins Amt.

Fürstenfeldbruck – Einen Rück- und Ausblick über das Vorjahr und die diesjährigen Projekte gab unlängst das Museumsteam: 2025 waren die Ausstellungen „Bruck bewegt!“ Migrationsgeschichte(n)“, „Zingerl – Das unbekannte Frühwerk“ (im Kunsthaus), „Du = Wir | Fürstenfeldbrucker Stadtgeschichte(n)“, in Kooperation mit St.