Die Spatzen pfiffen es bereits vor dem Eröffnungsbully von den Dächern. Ein hochklassiges Landesliga-Match zwischen den Wanderers Germering und dem SC Reichersbeuern erwartete man am vergangenen Freitag im Polariom.
Ein hochklassiges Landesliga-Match zwischen den Wanderers Germering und dem SC Reichersbeuern erwartete man am vergangenen Freitag im Polariom.
Wanderers Germering Wolfgang Maisch

Germering - Die Spatzen pfiffen es bereits vor dem Eröffnungsbully von den Dächern. Ein hochklassiges Landesliga-Match zwischen den Wanderers Germering und dem SC Reichersbeuern erwartete man am vergangenen Freitag im Polariom. Das Spiel des Ersten gegen den Zweiten der Vorrunde. Entsprechend temporeich und intensiv ging es in die Partie, in der die Hausherren den besseren und druckvolleren Start erwischten. Der Führungstreffer war jedoch den Gästen vorbehalten, die ihr erstes Powerplay zur 0:1 Führung nutzten. Gut zehn Minuten später verwandelte der EVG in Person von Dominik Schulz ebenfalls ein Überzahlspiel zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Drei Angriffssituationen später konnte Michael Fischer den Doppelschlag perfekt machen und die erstmalige Führung für die Münchner Vorstädter erzielen. Wer dachte, die Geschichte des ersten Drittels wäre damit erzählt, wurde eines Besseren belehrt. Kurz vor dem ersten Pausentee spielten Daniel Menge und Dennis Sturm einen Konter in Unterzahl herausragend aus und erhöhten das Ergebnis auf 3:1.

Im Mittelabschnitt überschlugen sich die Ereignisse und Schwarz-Gelb agierte völlig von der Rolle. Kein Tempo, leichte Scheibenverluste, wenig Kreativität in der Offensive und einige Undiszipliniertheiten, die die ein oder andere Strafe nach sich zogen. Die Tölzer ließen sich nicht zweimal bitten und schossen zwei ihrer drei Tore bei nummerischer Überzahl. Schlimmeres konnte das Team von Daniel Menge bis zu diesem Zeitpunkt verhindern. In den verbleibenden 20 Spielminuten sah man ein Aufbäumen der Wanderers, die nochmal alles in die Waagschale warfen, doch man scheiterte immer wieder am glänzend aufgelegten Gästegoalie Michael Goldbrunner. Sieben Minuten vor dem Ende der Partie durften die schwarz-gelben Anhänger dann doch den Ausgleich von Daniel Menge bejubeln. Germering ließ nicht ab und drängte auf den Sieg, doch 51 Sekunden vor der Schlusssirene entschied ein eiskalt ausgespielter Konter von Reichersbeuern das Match zu Gunsten der Gäste.

Trainingsspiel statt zweites Aufstiegsrunden-Spiel hieß es am Sonntag. Die Partie gegen den ERC Lechbruck musste eine halbe Stunde vor dem Bully abgesagt werden. Grund war ein positiver Befund eines Lechbrucker Spielers, der erst vor Ort einen Schnelltest machen ließ. Nach unmittelbarer Absprache mit dem Bayerischen Eissport-Verband entschieden sich die Wanderers dafür, das Match zum Schutz beider Mannschaften auszusetzen. Die Germeringer wünschen dem Akteur gute Besserung und einen milden Verlauf.

Wanderers vor brisantem Auswärtsspiel-Wochenende

Interessant, spannend und hitzig wird das Auswärtsspiel am kommenden Freitag beim ESV Burgau. Die „Eisbären“ schafften es im bisherigen Saisonverlauf nicht, die Münchner Vorstädter zu bezwingen. Das Team von der Mindel war in beiden Partien nah dran und hatte in beiden Aufeinandertreffen nur mit einem Tor das Nachsehen. In Germering und in Burgau war es jeweils ein schlechtes Drittel, dass dem ESV verdiente Punkte kostete. Die fehlende Konstanz und Beständigkeit, ein Spiel 60 Minuten durchzubringen, ist sicherlich das größte Manko bei der Mannschaft von Trainer Stefan Roth. Die Leistungsbereitschaft, das Tempo und die Qualität ist in allen Reihen vorhanden und bringen den Zuschauern Spiele auf höchstem Landesliga-Niveau.

Auch das Durchsetzungsvermögen und die Effektivität ist mit 118 geschossenen Toren eine wahre Stärke. In diesem Punkt ist man in der zweithöchsten bayerischen Eishockeyliga unangefochtene Nummer 1. Maßgeblichen Anteil daran hat das Kontingentspieler-Quartett um David Zachar, David Ballner, Petr Ceslik und Zach Erhardt, das allein auf 146 Scorerpunkte kommt. Darüber hinaus hat man mit der deutschen Nationaltorhüterin Franziska Albl eine starke Torhüterin im Kasten stehen, die vor gut drei Wochen stark gegen den EVG aufspielte. Man erwartet abermals ein enges Match und einen Kampf um jeden Zentimeter Eis!

Egal ob bei Sonnenschein, Regen oder Schneefall – Im großen Winter Classic gibt's kein Pardon. Am Sonntag empfängt der EV Fürstenfeldbruck die Wanderers zum großen Landkreis-Derby. Muhammad Ali hat einst gesagt: „Champions werden nicht in Trainingshallen geboren. Champions werden durch etwas gemacht, das sie in sich tragen: ein Verlangen, einen Traum, eine Vision. Sie brauchen außergewöhnliche Ausdauer, sie brauchen die Fähigkeiten und den Willen. Aber der Siegeswille muss stärker sein als die Fähigkeiten.“ Besser kann man die Vorzeichen für das Freiluft-Spektakel nicht beschreiben, als mit den Worten der berühmten Boxlegende.

Die Brucker legten in den vergangenen Wochen einen furiosen Endspurt hin und zogen letztlich in überzeugender und souveräner Manier mit 32 Punkten in die Aufstiegsrunde ein. Seit Anfang Dezember ist man ungeschlagen und hat unter anderem gegen die besserplatzierten Teams aus Burgau und Reichersbeuern triumphiert. Der Erfolg kommt insbesondere durch die tadellose Arbeit in der eigenen Zone und vor dem eigenen Tor, stellt man mit nur 50 Gegentreffern in 18 Saisonspielen die beste Defensive der Liga. Mit der Mannschaft um EVF-Coach Roman Mucha, die mit sehr viel Selbstvertrauen und Rückenwind ins Spiel gehen wird, ist also zu rechnen. Da wird ein eingeschworenes Kollektiv auf dem Eis stehen, das den Gegner bis auf das Äußerste fordern wird. Ein dicker Brocken für Schwarz-Gelb. Die Aufstiegsrunden-Gruppe ist so stark, dass man in jeder Phase der Partie aufmerksam und konzentriert sein muss. Germerings Coach Daniel Menge und seine Truppe wird hart und aggressiv arbeiten müssen.

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