Vielfältigste Veranstaltungen von Institutionen und Politik bis hin zu obersten Staatsorganen rund um den 27. Januar als dem Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus gehören nun schon fast drei Jahrzehnte zum Kalender des geschichtsbewussten Deutschland. In Fürstenfeldbruck traf man sich an diesem Tag wieder am Denkmal für die Todesmärsche an der Dachauer Straße.
In Fürstenfeldbruck traf man sich an diesem Tag wieder am Denkmal für die Todesmärsche an der Dachauer Straße.
Susanne Zieglmeier

Fürstenfeldbruck – Vielfältigste Veranstaltungen von Institutionen und Politik bis hin zu obersten Staatsorganen rund um den 27. Januar als dem Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus gehören nun schon fast drei Jahrzehnte zum Kalender des geschichtsbewussten Deutschland. In Fürstenfeldbruck traf man sich an diesem Tag wieder am Denkmal für die Todesmärsche an der Dachauer Straße. Elisabeth Lang vom Arbeitskreis Gedenken des Historischen Vereins FFB betonte in ihrer Begrüßung die Würde des Augenblicks (Foto am Rednerpult). Eine sonst vom Straßenlärm umtoste Verkehrsinsel gehört an diesem Tag dem Wort, der Musik – und der Stille.

Wie fast jedes Jahr nahm eine jetzt schon bald 98 Jahre alte Zeitzeugin an der Gedenkstunde teil, die sich daran erinnert, wie am 25. und 26. April 1945 eine unendliche Kolonne ausgemergelter jüdischer Häftlinge aus den KZ-Außenlagern rund um Landsberg ostwärts durch unsere Kreisstadt getrieben wurde, genau über jene Kreuzung, an der seit 1994 die Bronzeplastik von Hubertus von Pilgrim an die letzten Tage des Naziterrors erinnert. Sie hat das Geklapper der tausenden Holzschuhe nicht vergessen, mit denen der Elendszug unterwegs war.

Elisabeth Lang verwies auf die drängende Aktualität der Erinnerungsarbeit in einer Zeit, in der eine rechtsradikale Partei über Ausgrenzung und Deportation von Millionen Menschen diskutiere. Die Gymnasiastin Stina Neuhierl, die eine Seminararbeit zum Thema „Mein Opa war (k)ein Nazi“ verfasste, hielt die ergreifende Hauptrede. Sie beschrieb anschaulich das Erwachen ihres historischen und politischen Bewusstseins. Im Mittelpunkt ihres Auftritts stand ein Kapitel aus den Erinnerungen des Überlebenden Zwi Katz, endend mit den Sätzen: „Wir zogen durch die Hauptstraße an drei- oder vierstöckigen Häusern vorbei, und das seltsame Pochen der Holzschuhe auf dem Straßenpflaster lockte die Einwohner an die Fenster. Was lange Zeit hinter Stacheldrähten verborgen gewesen war, strömte jetzt allen Augen sichtbar durch die Straßen, und der Anblick unseres geisterhaften Zuges muss sie tief erschüttert haben.“

Stina Neuhierl mahnte zum Abschluss: „…Die Todesmärsche zeigen deutlich auf, was passiert, wenn Werte der Menschlichkeit, Toleranz und Frieden keinen Stellenwert mehr haben. Diese zeitlose Botschaft sollte jeder von uns tief in seinem Herzen tragen. Umso wichtiger ist es, das Interesse junger Menschen für dieses Kapitel der Geschichte zu wecken. Diese Reise in die Vergangenheit sollte nicht nur als Mahnung verstanden werden, sondern als Aufruf zur aktiven Gestaltung einer friedlichen Welt, in der jeder seinen Platz hat...“     Quelle: Andreas Knipping, Vorsitzender des Historischen Vereins Stadt und Landkreis FFB

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