Über 300 ReiterInnen werden erwartet
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Jesenwang - Am Sonntag, 5. Juli, findet zum 293. Mal in Jesenwang (Landkreis Fürstenfeldbruck) der traditionelle Willibaldritt statt. Der Freundeskreis St. Willibald e.V. und die Gemeinde Jesenwang erwarten zu dieser weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannten Brauchtumsveranstaltung wieder über 300 Reiter mit ihren herausgeputzten Pferden, tausende Zuschauer und viel Prominenz. Musikkapellen und eine historische Darstellung des Heiligen Willibald mit seinem Bruder Wunibald und seiner Schwester Walburga begleiten den Festzug. Kutschengespanne und Truhenwagen, auf denen Ministranten, Senioren und Honoratioren Platz nehmen, reihen sich ebenso ein wie der Fahnenwagen der Vereine. Höhepunkt der Willibaldrittes ist der Durchritt durch die Kirche nach der Segnung am Nordportal, der für Ross und Reiter eine besondere Herausforderung bedeutet. Er gilt als einmalig in Europa.
Rechtzeitig vor dem Willibaldfest konnte noch die Innenrenovierung der Willibaldkapelle abgeschlossen werden. Nachdem Feuchtstellen ausgebessert und Wände wieder weiß sind, ist es beim Durchritt nicht mehr so dunkel. Die Kirche, die direkt auf dem Damm der alten Römerstraße von Augsburg nach Salzburg steht, (in einer Vitrine gibt es Erläuterungen dazu) wurde unter Abt Jodok 1478 errichtet. Zuvor stand hier bereits eine Kirche, die  1414 unter Abt Johann II. vom Kloster Fürstenfeld errichtet worden war. Das alte Ziegelfundament ist noch unter dem heutigen Fußboden erhalten (freigelegt 1979) und die Nordseite der „Urkirche“ wurde beim Neubau wieder verwendet. Sehenswert sind der Hochaltar von 1617 sowie die 1910 frei gelegte spätgotische Holzdecke und die Brüstung der Empore. Auf die Decke sind neben 561 Sternmotiven 594 verschiedene Blumen gemalt, 191 Blüten kommen an der Empore hinzu. Die Bildfelder werden von geschnitzten Maßwerkfriesen gerahmt. Bemerkenswert sind auch die Symbole der zwölf Medaillons im Zentrum der dreigeteilten Holzdecke, der bedeutendsten ihrer Art in Altbayern. Das Presbyterium überspannt ein reich figuriertes Netzgewölbe mit Schlusssteinen. Die Skulptur des lesenden heiligen Willibald im Mittelpunkt stammt aus der Spätgotik und wird von zwei Engeln flankiert. An der Nordwand der Apsis ist noch ein Freskenrest erhalten, der einen Mönch vor einer großen Burganlage zeigt. Zudem sind einige Votivtafeln zu sehen.
Der Willibaldritt geht auf ein Gelöbnis zurück, das Jesenwanger Bauern im Jahre 1712 ablegten, als sie in ihrer Not vom Heiligen Willibald Hilfe erflehten. Damals grassierte in der Gegend eine Viehseuche, der hauptsächlich Pferde zum Opfer fielen, die für die Landwirtschaft unentbehrlich waren. Die Jesenwanger „verlobten“ sich dem Heiligen, heißt es, woraufhin es keine Vieherkrankung mehr gegeben haben soll. Seither findet der Willibaldritt – mit einigen Ausnahmen – jedes Jahr statt.
Der Willibaldritt startet um 13.30 Uhr am Jesenwanger Gemeinschaftshaus und führt an der Pfarrkirche St. Michael vorbei über die Römerstraße zur Willibaldkirche. Aufstellung erfolgt ab 13 Uhr. Vor der Segnung der Pferde und dem Durchritt, wird am Kastanienhain neben der Kirche an das Gelöbnis erinnert. Landes- und Kommunalpolitiker aus der Region haben sich dazu angesagt.
Das Willibaldfest beginnt am Sonntag um 8 Uhr mit einem Wallfahrergottesdienst in der Willibaldkirche für Pilgergruppen aus den Nachbargemeinden. Um 10 Uhr wird in der Willibaldkirche ein Votivamt gefeiert. In einem großen Biergarten können sich Teilnehmer und Besucher unter Kastanien erholen und stärken.
Am Freitag vor dem Willibaldfest, am 3. Juli  um 19,30 Uhr, lädt Paul Weigl zu einem bayerischen „Hoagart“ an der Willibaldkirche ein. Bei Regen wird ins Gemeinschaftshaus ausgewichen.
 Die Teilnahme mit Pferd wird durch einen Stempel bestätigt. Den Teilnehmer-Nachweis gibt es vor dem Umritt im Aufstellungsbereich vor dem Gebäude der Volksbank.
Reiter und Gespannführer, die 10, 20 oder 25 Mal am Willibaldritt teilgenommen haben, werden besonders geehrt.
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