Landkreis – Laut Beobachtungen des NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.) ist heuer bundesweit ein Storchen-Rekordjahr zu verzeichnen, mit über 15.000 brütenden Paaren des Weißstorchs (Ciconia ciconia). Wie der Verband mitteilt, habe es seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie mehr Brutpaare gegeben. In den 1980er-Jahren seien in der BRD und DDR weniger als 3.000 Brutpaare gezählt worden.
Aktueller Trend auch in unserem Landkreis in sechsfacher Hinsicht: In Emmering nutzt schon zum zweiten Mal ein Storchenpaar erfolgreich den Horst am Giebelkreuz der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer. Immerhin ein Junges ist heuer durchgekommen. Und in Maisach gibt es, wie schon das Jahr zuvor, auf dem stillgelegten Brauereischlot Doppel-Nachwuchs bei Meister Adebar. Das Duo hüpft derzeit fleißig in die Höhe – als Training für den anstehenden Jungfernflug, der hoffentlich unbeschadet klappen wird!
In Kottgeisering freut man sich, dass bisher drei Jungtiere überlebt haben nach der Pechsträhne der beiden Vorjahre (letztes Jahr waren aus unklarer Ursache sämtliche Jungstörche umgekommen; auch das Jahr 2024 war besonders bedauerlich, als alle fünf Tiere Starkregen und Kälte zum Opfer fielen). Ex-Feuerwehrkommandant Dieter Eder, der sich schon seit Jahren um die Störche und die Instandsetzung des Horsts kümmert, spricht von einem diesjährigen „Riesenerfolg“. Der Nachwuchs auf dem Rathausdach (erkennbar auch am noch grauen Schnabel) macht ebenfalls schon eifrig Flugübungen (Foto: Dieter Eder).
Eder vermutet, dass sich das Trio bis Ende August mit einer Gruppe anderer junger Störche auf den Weg nach Süden ins Winterquartier (schätzungsweise Richtung Portugal/Spanien) machen wird – im Gegensatz zum Elternpaar, das wohl, wie die Jahre zuvor, wieder hier überwintern wird. Im Moment ist jedoch noch das bequeme „Hotel Mama“ angesagt.