Immer mehr Läden in Gilching kämpfen seit Monaten ums Überleben. Überraschend hat nun auch der „Unverpackt“-Laden an der Pollinger Straße den Ausverkauf eingeläutet.
Immer mehr Läden in Gilching kämpfen seit Monaten ums Überleben. Überraschend hat nun auch der „Unverpackt“-Laden an der Pollinger Straße den Ausverkauf eingeläutet.
LeLe

Gilching – Immer mehr Läden in Gilching kämpfen seit Monaten ums Überleben. Überraschend hat nun auch der „Unverpackt“-Laden an der Pollinger Straße den Ausverkauf eingeläutet. Ab sofort gibt es stark reduzierte Ware aus dem Non-Food-Sektor, folgen wird der Lebensmittel-Bereich. Spätestens ab November wird das Geschäft aufgelöst.

„Es war mein Traum und es tut in der Seele weh, wenn es nach so kurzer Zeit zu Ende geht“, sagt Laden-Chefin Evi Thoma. Zumal der Start überraschend gut angelaufen sei.  Wie berichtet, eröffnete die 48Jährige Arzthelferin mit Unterstützung ihrer Familie Mitte Juli 2020 den ersten Unverpackt-Laden in der Region. „Die ersten eineinhalb Jahre lief er trotz Corona-Krise weit besser, als ich mir es je erträumt hatte. Ich erweiterte sogar das Sortiment, bekam immer neue Kunden und auch viel Lob und war guter Dinge, dass ich es geschafft habe.“ Der Dämpfer ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Ukraine-Krieg Anfang des Jahres begann auch für Evi Thoma und ihre Familie eine Zeit des Kämpfens. „Von heute auf morgen blieb die Kundschaft aus. Ab Ostern ging es rapide abwärts. Lediglich meine Stammkunden blieben mir treu und trugen dazu bei, dass ich bis heute durchgehalten habe. Die Verluste kann ich aber nicht mehr auffangen. Ab Januar wäre ich sogar gezwungen, die Preise zu erhöhen, weil seitens der Lieferanten bereits extreme Preiserhöhungen angekündigt wurden.“

Thoma weiß, dass sie nicht die Einzige ist, die im Bereich Bio und Unverpackt aufhören muss. „Unser Dachverband hat es schon vor Monaten angekündigt. Nur noch wenige halten durch“, weiß sie. Eine Erklärung zu suchen, sei müßig. „Es beruhigt mich, dass ich weiß, dass wir keine Fehler gemacht haben. In Krisenzeiten, wie wir sie derzeit haben, sparen die Menschen halt als erstes an den Lebensmitteln. Der ganzen Branche geht es nicht gut. Ich bin da keine Ausnahme.“ Trotz melancholischer Gedanken, betont Thomas, nichts zu bereuen. „Im Gegenteil, ich bin sehr dankbar, diese tolle Erfahrung gemacht zu haben. Es war mein Traum, und den habe ich verwirklicht. Im neuen Jahr suche ich mir dann wieder einen Job als Arzthelferin.“ LeLe

Geöffnet hat „Evis – Unverpackt“ an der Pollinger Straße 11 mittwochs von 12 bis 18.30Uhr, Donnerstag und Freitag von zehn bis 18.30 und an den Samstagen von neun bis 14 Uhr.

Kategorie

Das könnte Sie auch interessieren

Fürstenfeldbruck – Seit 1. April ist es amtlich: Die B2 führt jetzt über die Oskar-von-Miller-, die Fürstenfelder- und die äußere Schöngeisinger Straße.

Puchheim – Die Stadt Puchheim und der Puchheimer Umweltbeirat veranstalten am Sonntag, 20. September, von 11 bis 17 Uhr am Grünen Markt den diesjährigen Puchheimer Ökomarkt.

Maisach – Ein Tierheim wird dringend im Landkreis Fürstenfeldbruck benötigt. Darin sind sich 17 von 23 Kommunen des Landkreises einig. Die Gemeinde Maisach würde ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen.

Türkenfeld - Der Landkreis Fürstenfeldbruck ist seit dem 6. März 2026 offiziell Teil der bundesweiten Initiative „Region der Lebensretter“.

Olching – Jetzt beginnt beim Vogelnotruf in Olching wieder die Hochsaison der Jungvögel in Not. Dann kommen täglich neue hilflose Piepmätze, die von Hand aufgezogen werden müssen.

Gilching – Der neue Bürgermeister von Gilching heißt Stefan Siegl. Der 49-jährige Kandidat der Freien Wähler gewann die Stichwahl mit 66 % gegen den CSU-Kandidaten Roland Schrafstetter, der auf 34 % der Stimmen kam. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,4 %. Wobei es von Beginn der Auszählung an eindeutig war, wohin der Wählerwille tendiert.

Landkreis – Nach drei Jahrzehnten fest im Amtssitz wurde der 63-jährige Thomas Karmasin (CSU), Jurist und u. a. auch Präsident des Bayerischen Landkreistags, erneut für weitere sechs Jahre als Landrat gewählt.

Fürstenfeldbruck – Bis zum Jahr 1974 war der 21. ein besonderer Geburtstag, man hatte Grund zu feiern, man wurde volljährig. Obwohl also der 21. Geburtstag eigentlich kein besonderer mehr ist, trafen sich am 20. März im Pfarrheim St. Bernhard an die 50 Frauen, um mit einem stimmungsvollen Fest den 21. Geburtstag des Frauentreffs zu feiern.