Durch den Bau der Westumgehung in Gilching wurde nicht nur eine Entlastung des innerörtlichen Verkehrs geschaffen. Zudem fanden Archäologen weitere Hinweise auf die Anwesenheit römischer Siedler
von links: Annette Reindel, Graffitikünstler „Loomit“ (sitzend), Andreas Wening und Manfred Gehrke vom Verein Zeitreise
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Gilching – Durch den Bau der Westumgehung in Gilching wurde nicht nur eine Entlastung des innerörtlichen Verkehrs geschaffen. Zudem fanden Archäologen weitere Hinweise auf die Anwesenheit römischer Siedler. Aktuell entstehen an der Unterführung Römerstraße durch die aufwändige Darstellung wissenschaftlich abgesegneter historischer Szenen Einblicke in die Entwicklungsgeschichte der Region.

Wie berichtet, waren die vorsorglich angestellten Untersuchungen des Erdreichs beim Bau der neuen Umfahrung von Gilching, insbesondere im Bereich Römerstraße, eine wahre Fundgrube für Archäologen. Neben zahlreichen Gräbern und Knochenfunden waren es Grabbeigaben, die weitere Einblicke in die Zeit unserer Vorfahren gaben. Zur Freude des Vereins Zeitreise, der seit vielen Jahren auf Spurensuche ist. Allen voran Annette Reindel, die nicht lockerließ, bis Gilching ein eigenes Museum bekam. Im so genannten Werson-Haus an der Bruckerstraße finden seither unter dem Überbegriff „Schicht-Werk“ Ausstellungen zur Geschichte der Gemeinde statt. Insbesondere im Fokus aber stehen Radwanderwege unter dem Motto „Via Zeitreise“, die aktuell um ein künstlerisches Highlight an der Unterführung Römerstraße ergänzt werden. Bei der Via Julia handelt es sich um einen überregionaler Fernradwanderweg, der von Günzburg über Gilching bis nach Salzburg führt. Für die künstlerische Umsetzung der Street-Art in 12 Stationen auf rund 65 Quadratmetern stehen die Künstler „Loomit“ (Mathias Köhler) sowie der Gilchinger Melander Holzapfel (Lando) und seine „Funky Fresh Graffiti Agentur“.

„Mit der Planung des Projekts haben wir vor gut einem Jahr begonnen“, sagt Museumsleiterin und Zeitreise-Vorsitzende Annette Reindel. Wäre Corona nicht dazwischengekommen, wäre man schon etwas weiter. Ursprünglich nämlich war die Eröffnung im Beisein vieler Gäste für 16. Mai vorgesehen. Doch daraus wird nun nichts. Zumal außer der künstlerischen Umsetzung  wissenschaftlich nachvollziehbarer Szenen aus dem Gemeindegebiet eine aufwändige Dokumentation in Arbeit ist. Die einzelnen Zeitabschnitte werden laut Reindel jeweils durch kurze Hörbeispiele, sie entstehen aktuell im Tonstudio Kübrich, sowie Infotafeln erweitert und vertieft. „Unser Projekt Zeitreise-Tunnel steht exemplarisch für Epochen, die an jedem anderen Ort in unserem Voralpenraum entlang der Römerstraße stattgefunden haben können. Deshalb hat es auch überregionale Bedeutung.“ Die Kosten für die Umsetzung gibt Reindel mit rund 12000 Euro an.

Gefördert wird das Projekt durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, durch die Kulturförderung des Landkreises Starnberg, dem staatlichen Bauamt Weilheim sowie durch die Gemeinde Gilching. „Ohne aber die vielen Stunden, die Mitglieder ehrenamtlich leisten, wäre das Projekt gar nicht möglich geworden“, betont Reindel. Begleitet wird es außerdem durch Andreas Wening, der die jeweiligen Arbeitsschritte fotografisch sowie auf Video-Clips festhält und sie auf Facebook unter „Zeitreise Gilching“ zur Verfügung stellt. Für Spaziergänger und Radfahrer sind die überdimensionalen Szenen, unter anderem „Kilti“, der auf einem Pferd dargestellt ist und dessen Gebeine im Museum aufbewahrt werden, bereits jetzt schon zu sehen. „Wir glauben, dass dieses Projekt, das frei zugänglich ist, die Unterführung in diesem Bereich aufwertet und einen weiteren verständlichen und optisch ansprechenden Einblick in die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte unserer Region vermitteln kann“, ist Reindel überzeugt. Wer die Arbeit des Vereins Zeitreise finanziell unterstützen will, das Spendenkonto bei der Kreissparkasse lautet DE29 7025 0150 0010 4444 87. LeLe

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