Die Kapazität der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber im Fliegerhorst soll um 200 Betten erhöht werden.
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Landkreis - Nach der jüngsten Anpassung der Zuweisungsquoten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wurde für den Landkreis für dieses Jahr ein Soll von rund 2.850 unterzubringenden Asylbewerbern errechnet. Zur Bewältigung dieser Herausforderung wird der Bau von Traglufthallen oder sonstigen Hallen geprüft. Oberbürgermeister Klaus Pleil hat dazu beim Landkreis bereits die Anschaffung von beheizbaren Zelten beantragt. Landrat Thomas Karmasin hat als nächste Maßnahme die Belegung weiterer Turnhallen von landkreiseigenen Schulen angekündigt. Dies sollte nach Meinung der Stadt Fürstenfeldbruck jedoch möglichst vermieden werden. Daher haben die Stadtspitze und Integrationsreferent Willi Dräxler der Regierung von Oberbayern vorgeschlagen, lieber die Kapazität der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber im Fliegerhorst um 200 Betten zu erhöhen. Die Regierung nimmt das Angebot gerne an und hat für die Umsetzung bereits erste Maßnahmen ergriffen. Die Gespräche mit der Bundesregierung und der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BIMA) stehen vor dem Abschluss.
Im Fliegerhorst, einer Dependance der Bayernkaserne in München, würden dann insgesamt 800 Plätze zur Verfügung stehen. Derzeit sind in dem von der Bundeswehrkaserne durch einen Zaun abgegrenzten Gelände der ehemaligen Luftwaffenschule aus den Dreißigerjahren 500 Asylbewerber untergebracht. Die Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten werden nach einigen Wochen von der Erstaufnahmeeinrichtung aus für die Zeit der Bearbeitung ihres Asylantrags auf andere Unterkünfte, zum Teil in ganz Deutschland, verteilt. Am vergangenen Freitag hat bereits eine Begehung des Geländes stattgefunden. Die zusätzlichen 200 Plätze sollen in einem angrenzenden Gebäudetrakt untergebracht werden. Dafür müsste unter anderem der bestehende Zaun versetzt werden. Entsprechende Verhandlungen mit der BIMA laufen. Den Flüchtlingen sollen zudem schon bald ein Fußballplatz auf dem Gelände und auch ein Spielplatz für die Kinder zur Verfügung stehen. Damit wären dann auch innerhalb des Erstaufnahmeeinrichtung-Areals mehr Möglichkeiten für die Kinder als auch für sportliche Betätigungen gegeben.
Betreut werden die Menschen vor Ort von der Caritas. Das Betreuungspersonal wird dann aufgestockt werden müssen, um die zusätzlichen Personen zu versorgen. Durch den Ausbau könnte der Landkreis spürbar entlastet werden, da die 200 Plätze auf die Quote angerechnet werden. Vor allem will die Stadt Fürstenfeldbruck damit aber einen Beitrag leisten, damit ihren Bürgern die Nutzung der Turnhallen erhalten bleibt. Sowohl für den Schulsport als auch für die örtlichen Sportvereine wäre es sehr schwierig, wenn die Turnhallen nicht mehr zur Verfügung stünden. Das Belegungsrecht liegt aber letztendlich beim Landkreis. Jedoch setzen die politischen Vertreter der Stadt auch auf die Solidarität der anderen Städte und Gemeinden im Landkreis, die bisher deutlich weniger Flüchtlinge aufgenommen haben als die Kreisstadt - auch wenn es unterhalb der Landkreis-Ebene keinen formellen Verteilungsschlüssel gibt.
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