Maisach – Ein Tierheim wird dringend im Landkreis Fürstenfeldbruck benötigt. Darin sind sich 17 von 23 Kommunen des Landkreises einig. Die Gemeinde Maisach würde ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen.
Dringend gesucht ist allerdings ein geeigneter Träger, beispielsweise ein Verein als Betreiber. „Haben Sie Interesse, dann melden Sie sich gerne bei uns“, ruft Maisachs Bürgermeister Hans Seidl auf, er ist zugleich der Bürgermeister-Sprecher der Landkreiskommunen. Schreiben Sie einfach an presse@maisach.de oder melden Sie sich telefonisch unter 08141 937267, um alle Eventualitäten zu klären. Bisher war die Suche erfolglos. Daher sind auch alle benachbarten Landkreise zur Mithilfe aufgerufen: „Wenn Sie eine geeignete Person kennen, dann sprechen Sie sie bitte an“, sagt Seidl.
„17 Kommunen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck sind bereit, für das Tierwohl eine gemeinsame Leistung zu vollbringen“, erklärt der Bürgermeister-Sprecher. Denn „jedes einzelne Tier hat die gleiche Achtung verdient wie ein Mensch“. Rund die Hälfte der Kosten für den Bau eines Tierheims würde von den Kommunen übernommen, der Rest soll über Spenden finanziert werden. Während des laufenden Betriebs kommt die jeweilige Kommune für die Tierarztkosten eines Fundtieres aus der jeweiligen Gemeinde oder Stadt auf, ein Zuschuss aus einem Tierschutzfonds des Landkreises ist angedacht. 6.000 Quadratmeter würden auf Erbpachtbasis zur Verfügung stehen. Die Erschließung ist gesichert und eine baurechtliche Genehmigung aufgrund von „Privilegierung“ durch das Kreisbauamt ist möglich.
Die bisherige Tierauffangstation in Maisach-Überacker ist zu klein und wird dem Bedarf nicht gerecht. Der jetzige Betreiberverein plant eine Fusion mit einem Tierheim bei Passau und wird den Standort Maisach verlassen. Die Räumlichkeiten in Maisach wurden als ziemlich marode eingestuft und das Veterinäramt sprach von einer Unterversorgung der Tiere. Daher ist ein Neubau dringend erforderlich. Ein Bauplan wurde noch nicht ausgearbeitet. Die Planung soll mit einem künftigen Trägerverein abgestimmt werden. Geschätzt werden die Kosten für das Bauvorhaben auf rund 1,5 Millionen Euro. In der bisherigen Auffangstation werden etwa 500 Tiere pro Jahr abgegeben, darunter Kaninchen, Katzen, Meerschweinchen und Tauben. Für Reptilien wird das neue Tierheim nicht ausgelegt sein, weil es dafür bestimmte bauliche Vorgaben braucht, um eine artgerechte Haltung zu gewährleisten. In Zukunft könnten aber auch Hunde untergebracht werden. „Die Betreiberin oder der Betreiber hat viel Spielraum, beispielsweise für eine Hundepension oder eine Futterfarm“, sagt Seidl zuversichtlich.
Für den Betrieb eines Tierheims ist eine entsprechende Fachkenntnis vorausgesetzt. Ein Nachweis über entsprechende Ausbildungen oder Fortbildungen für das Halten, Pflegen und Betreuen von Tieren ist erforderlich.
Es gab bisher viele Gespräche auf Landkreisebene mit dem Ergebnis, dass die 17 Kommunen fest zu ihrer Finanzierungszusage stehen, darunter die Bürgermeisterin und die Bürgermeister in Adelshofen, Alling, Althegnenberg, Egenhofen, Eichenau, Emmering, Fürstenfeldbruck, Germering, Hattenhofen, Jesenwang, Landsberied, Maisach, Mammendorf, Mittelstetten, Oberschweinbach, Schöngeising und Türkenfeld. Jetzt braucht es nur noch einen Verein und viele Ehrenamtliche, die dieses Vorhaben umsetzen. „Wir freuen uns über geeignete Freiwillige und bieten unsere volle Unterstützung bei der Umsetzung an“, erklärt Hans Seidl abschließend. Das Wohl der Tiere stehe an oberer Stelle, sicherlich finden sich dafür auch spendenbereite Menschen.