Oben v.l.: Christian Döbler (Vodafon), Oliver Kübrich (Kinderinsel), Corinna Weikertsdorfer. Unten v. l.: Thomas Protzner (Vodafon), Heidi Diepold-Weikertsdorfer,Sabine Weikertsdorfer, Luis u. Leon, Helmut und Katja Weikertsdorfer, Eva Zimmer u. Sohn Leo
US
Gilching – „Vodafon-Mitarbeiter zeigen Herz“ lautet das Motto einer Spendenaktion, von der nun auch der Gilchinger Verein Kinderinsel profitiert hat. Explizit soll mit einer Spende in Höhe von 5000 Euro die Familie von Luis und Leon finanziell unterstützt werden. Wie berichtet, haben Sabine und Helmut Weikertsdorfer vor gut einem Jahr erfahren, dass ihre zweijährigen Zwillinge beide an Leukämie erkrankt sind. „Uns wurde der Boden unter den Füßen weggezogen“, sagt Sabine Weikertsdorfer. Was folgte, war ein einjähriger Aufenthalt der Familie in der Krebsabteilung des Schwabinger Krankenhauses. „Wir mussten uns beide beurlauben lassen, um rundum die Uhr für unsere Buben da zu sein. Die Jungs haben sowohl die aufwändigen Untersuchungen wie auch die Chemos relativ gut weggesteckt. Hauptsache, wir waren da.“ Was für die Eltern bedeutete, alle persönlichen Interessen und Bedürfnisse auf null zurückzufahren und an sieben Tagen die Woche die Kinder bei Laune zu halten und sie zu trösten. „Da kann ein Jahr sehr lang werden. Wir standen auch permanent unter Anspannung. Unsere Beziehung wurde auf eine harte Probe gestellt“, räumt Sabine ein. Erschwerend kam hinzu, dass die Brüder mit ihrem jeweiligen Elternteil wegen unterschiedlicher Behandlungen oft getrennt wurden. „Wir konnten auch nicht zum Einkaufen gehen, weil unsere Buben wegen ihres geschwächten Immunsystems keinen Kontakt zu anderen Menschen haben durften. Deshalb waren wir auf fremde Hilfe angewiesen. Wenn wir unsere Heidi, die Corinna und die Katja nicht gehabt hätten, die immer wieder eingesprungen sind, wir hätten oft nichts zu essen gehabt.“ Über eine Organisation bekam die Familie zwar nahe des Krankenhauses ein Appartement mit drei Zimmern zur Verfügung gestellt. Doch auch da gab es keine Rückzugsmöglichkeiten. „Die Wohnung stand auch für andere Patienten zur Verfügung. Wir waren selten alleine.“ Neben der Sorge um die Jungs belasteten Existenzängste die leidgeprüften Eltern. „Wir verdienten ja nichts mehr, die Kosten aber für Haus, Auto, Versicherungen und Lebensunterhalt liefen weiter. Wir waren am Ende und wussten nicht mehr, wie es weitergehen soll“, sagt der Papa der Jungs. Dank Facebook erfuhr die Kinderinsel von der Familie. „Wir haben sofort die Patenschaft für die Zwillinge übernommen und einen Spendenaufruf gestartet“, erklärt Uli Singer, Vorsitzende des Vereins. „Die Resonanz war überwältigend. Durch die eingegangenen Spenden aus den Landkreisen Starnberg, Fürstenfeldbruck und Dachau konnte die Familie nun über ein Jahr lang finanziell über die Runden gebracht werden.“ Zwar durfte das Krankenhaus mittlerweile verlassen werden. Luis und Leon aber müssen täglich die Chemo-Behandlung mittels einer Flüssigkeit weiterführen und regelmäßig zu Blutuntersuchungen zurück in die Klinik. Während der Papa ab 1. Januar wieder arbeiten muss, ist Mama Weikertsdorfer noch bis 31. März beurlaubt. Danach steht der Besuch im Kindergarten auf der Agenda. „Ich hoffe sehr, dass bis dahin das Immunsystem soweit in Ordnung ist, dass unsere es Jungs packen. Noch sind sie nicht übern Berg. Wir glauben aber fest daran, dass sie den Krebs besiegen und tun alles, damit unsere Lausbuben wieder gesund werden. Ohne die Hilfe oft auch unbekannter Menschen, hätten wir das alles aber nicht geschafft.“
Es sind Mitarbeiter und Betriebsräte von Vodafone Deutschland, die sich für eine geniale Spenden-Idee stark machen. Reichen Mitarbeiter von Vodafon Verbesserungsvorschlage ins Ideenmanagement ein und kommt die Idee an, zahlt Vodafon als Dankeschön ein Honorar von jeweils 50 Euro in den Spenden-Topf ein. Innerhalb des Geschäftsjahres 2015/2016 kamen bundesweit insgesamt 100000 Euro zusammen. Wer vor Ort profitiert, entscheiden die Mitarbeiter. An den Verein Kinderinsel wurden auf Anregung von Eva Zimmer 5000 Euro ausgeschüttet. Näheres unter www.unsere-kinderinsel.de Das Spendenkonto lautet: DE 72 7016 3370 0003 221318 - BIC: GENODEF 1 FFB
Kategorie

Das könnte Sie auch interessieren

Olching – Jetzt beginnt beim Vogelnotruf in Olching wieder die Hochsaison der Jungvögel in Not. Dann kommen täglich neue hilflose Piepmätze, die von Hand aufgezogen werden müssen.

Gilching – Der neue Bürgermeister von Gilching heißt Stefan Siegl. Der 49-jährige Kandidat der Freien Wähler gewann die Stichwahl mit 66 % gegen den CSU-Kandidaten Roland Schrafstetter, der auf 34 % der Stimmen kam. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,4 %. Wobei es von Beginn der Auszählung an eindeutig war, wohin der Wählerwille tendiert.

Landkreis – Nach drei Jahrzehnten fest im Amtssitz wurde der 63-jährige Thomas Karmasin (CSU), Jurist und u. a. auch Präsident des Bayerischen Landkreistags, erneut für weitere sechs Jahre als Landrat gewählt.

Fürstenfeldbruck – Bis zum Jahr 1974 war der 21. ein besonderer Geburtstag, man hatte Grund zu feiern, man wurde volljährig. Obwohl also der 21. Geburtstag eigentlich kein besonderer mehr ist, trafen sich am 20. März im Pfarrheim St. Bernhard an die 50 Frauen, um mit einem stimmungsvollen Fest den 21. Geburtstag des Frauentreffs zu feiern.

Gilching – Wer kennt es nicht. Da steht ein Schrank an der Wand, wo er auch hingehört, und ist gefüllt mit Kleidungsstücken oder irgendwelchem anderen Krimskrams. Nicht so beim hiesigen Wirt Herbert (Herbert Schäufler) und seiner Frau (Ulrike Ratty).

Gilching - Der neue Gilchinger Gemeinderat wird deutlich vielfältiger, aber auch zersplitterter. Während die CSU als klarer Wahlsieger hervorgeht, ziehen mit der AfD (zwei Sitze) und der Linken (ein Sitz) neue Kräfte ins Ratsgremium ein. In Punkto Bürgermeisterwahl kommt es am Sonntag, 22.

Landkreis – Mit Spannung verfolgt wurden allerorts die Kommunalwahlen am vergangenen Sonntag. In Egenhofen, Hattenhofen, Oberschweinbach und Olching ziehen mit Robert Köll (BGE), Jörg Sändig (DG), Lutz Rosenbaum (DmZ) und Maximilian Gigl (CSU) neue Bürgermeister ins Amt.

Fürstenfeldbruck – Einen Rück- und Ausblick über das Vorjahr und die diesjährigen Projekte gab unlängst das Museumsteam: 2025 waren die Ausstellungen „Bruck bewegt!“ Migrationsgeschichte(n)“, „Zingerl – Das unbekannte Frühwerk“ (im Kunsthaus), „Du = Wir | Fürstenfeldbrucker Stadtgeschichte(n)“, in Kooperation mit St.