v.l.: Ernst Zobel, Landbäckerei Zobel, Claudia Sroka von Frauen helfen Frauen e. V. sowie Gleichstellungsbeauftragte Sophie von Wiedersperg und Wilhelm Boneberger Obermeister der Bäcker-Innung
Landratsamt Starnberg
Landkreis Starnberg - Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November startete im Landkreis Starnberg eine Gemeinschaftsaktion von Frauen helfen Frauen, der Gleichstellungsstelle und der Bäcker-Innung des Landkreises Starnberg. Bei dieser Aktion wurden in der Woche vom 19. bis 24. November in neun Bäckereien und deren Filialen die Waren in Tüten gepackt, die mit dem Slogan „Gewalt kommt nicht in die Tüte! …weder in der Familie, noch im sozialen Umfeld. Schau‘ hin! Tu‘ was!“ bedruckt sind.

Gewalterfahrungen gehören nach Aussagen der Weltgesundheitsorganisation zu den größten Gesundheitsrisiken für Frauen. In Deutschland erfährt jede vierte Frau körperliche, psychische und/oder sexualisierte Gewalt durch einen Beziehungspartner. In Bayern suchen jährlich 2.000 Frauen mit mehr als 2.000 Kindern Zuflucht in einem Frauenhaus. Über 4.740 Betroffene, unterstützende Angehörige und Fachkräfte wurden durch Frauennotrufe beraten und begleitet. Auch im Landkreis Starnberg ist Gewalt gegen Frauen Realität – körperlich, verbal oder digital, sie hat viele Facetten. Oft ist die Hemmschwelle hoch, sich Hilfe zu suchen. „Oftmals besteht in gewalttätigen Beziehungen auch eine Atmosphäre von Überwachung und Kontrolle“, erklärt Gleichstellungsbeauftragte Sophie von Wiedersperg. Deshalb war es laut Wiedersperg den Akteuren wichtig auf der Rückseite der Tüten auch auf die möglichen Unterstützungs- und Hilfsangebote im Landkreis aufmerksam zu machen

„Die Bäcker im Landkreis Starnberg beteiligen sich gern an der Aktion, da es auch uns ein großes Anliegen ist auf die zahlreichen Hilfsangebote hinzuweisen“, betont Wilhelm Boneberger, Obermeister der Bäcker-Innung Starnberg. Beispielsweise erarbeiten die Beraterinnen von Frauen helfen Frauen Starnberg e.V. mit hilfesuchenden Frauen Strategien, die für die jeweilige Situation der Betroffenen passend sind. „Bei der Aktion ging es auch darum, Angehörige und Freunde zu sensibilisieren und zu ermutigen, nicht die Augen zu verschließen, sondern bei einem Verdacht Hilfe anzubieten und die Betroffene auf die Beratungsmöglichkeiten hinzuweisen“, betont die Gleichstellungsbeauftragte. Insgesamt beteiligen sich an der Aktion die Bäckereien Boneberger, Böck, Benedikter, Jakob, Lidl, Sigl, Stenzel und  Zobel. Die Notfall-Nummern finden sich auch auf der Notfallkarte „Hilfe für Frauen“ des Landratsamtes Starnberg, diese gibt es in der Gleichstellungsstelle und zum Download auf der Homepage des Landratsamtes unter https://www.lk-starnberg.de/Gleichstellung/Aktuelles unter der Rubrik Notfallkarte.
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