Das denkmalgeschützte Lichtspielhaus in der Maisacher Straße, konzipiert vom Architekten Adolf Voll und 1930 ersteröffnet, wartet mit einem Superlativ auf: es ist das älteste größtenteils erhaltene Kino in Bayern. Umso aktiver waren in den letzten Jahren die Bemühungen von vielen Seiten, dieses Kleinod für die Bürger als historische kulturelle Stätte zu erhalten.
v.l.n.r.: Kassenwart Michaela Bock und die Kassenprüfer Wolfgang Schramm und Lidija Skvorc, 1. Vorsitzender Dr. Richard Bartels (Mitte), Schriftführerin Rita Bartl und Vorstand Andreas Bals.
Susanne

Fürstenfeldbruck – Das denkmalgeschützte Lichtspielhaus in der Maisacher Straße, konzipiert vom Architekten Adolf Voll und 1930 ersteröffnet, wartet mit einem Superlativ auf: es ist das älteste größtenteils erhaltene Kino in Bayern. Umso aktiver waren in den letzten Jahren die Bemühungen von vielen Seiten, dieses Kleinod für die Bürger als historische kulturelle Stätte zu erhalten. Seit Ende Oktober 2017 hat Betreiber Markus Eisele vom Münchner Arena Filmtheater dort in Zusammenarbeit mit der IG-Lichtspielhaus und nach zahlreichen Renovierungsarbeiten ein recht gut angenommenes Arthouse-Kino etabliert.
 

Im Rahmen einer Mitgliederversammlung der IG-Lichtspielhaus wurden in ihrem Amt bestätigt: als erster Vorsitzender Dr. Richard Bartels, Kassenwart Michaela Bock, als Schriftführerin Rita Bartl sowie die beiden Kassenprüfer Wolfgang Schramm und Lidja Skvorc. Neu gewählt wurde Andreas Bals als stellvertretender Vorstand. Ein durchaus positives Resümee zog man über die zahlreichen Aktivitäten des Vereins während der letzten beiden Jahre. Viel zu tun gibt es nach wie vor für die ehrenamtlichen Cineasten – der Verein, der im Vorjahr die besondere Auszeichnung der Lichtmesskerze erhielt, zählt derzeit 395 Mitglieder – neben der Organisation der Kinoevents, dem Plakatieren und Programmverteilen muss die Instandhaltung der Anlage gepflegt werden. Man arbeitet eng mit lokalen Vereinen und Behörden zusammen wie dem Museum und Kulturverein Fürstenfeld, der Stadt Fürstenfeldbruck, dem Landratsamt oder mit Vereinen wie dem Hörbacher Montagsbrettl, Slow Food oder ZIEL 21. Es gibt Filme – oftmals mit den beliebten Regisseurgesprächen im Anschluss – zum Thema Nachhaltigkeit (wie „Before the Flood“, „Grün kaputt“, „Unser Saatgut“ oder „Immer noch eine unbequeme Wahrheit“) oder zu gesellschaftlichen und sozialen Brennpunkten. Eigene Veranstaltungen wie Chor, Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen runden das vielfältige und bunte Programm ebenso ab wie die Sondervorstellungen an Fasching (immer mit Krapfen!) oder zur Weihnachtszeit sowie die Familien- oder Mitgliederwunschfilme.
 

Der Verein schreibt derzeit zwar schwarze Zahlen; was das Lichtspielhaus insgesamt betrifft, referierte Betreiber Markus Eisele, müsse man aber weitere Anstrengungen unternehmen, damit das Kino „langfristig auf soliden Beinen steht“. Mit mittlerweile täglichen Kinovorstellungen und bisher rund 30.000 Besuchern bräuchte man bis zum Jahresende jedoch noch rund 5.000 Kinogänger für eine stabile Bilanz, womit momentan aber leider nicht mehr zu rechnen sei. Um das Lichtspielhaus noch attraktiver zu gestalten, wird gerade eine Bauvoranfrage bei der Stadt Fürstenfeldbruck bearbeitet für einen etwas niedrigeren und optisch anders gestalteten Seiten-Anbau mit der Raumgröße von etwa 50 m² mit ca. 34 Plätzen. Er soll der flexiblen Nutzung für kleinere Veranstaltungen dienen.
 

Zwei besondere Highlights warten neben vielen interessanten Filmen in diesem Jahr noch auf die Kinobesucher: ein Konzert mit „Zydeco Annie & Swamp Cats“, Musik aus den US-Südstaaten nach dem Motto: „The Spirit of New Orleans“ am 21. November, und eine Multimediashow am 4. Dezember (Eintritt frei). Außerdem hat sich mittlerweile das Dienstagnachmittags-Event „Klavier um 4“ mit Kaffee und Kuchen vor der jeweiligen Vorstellung einen Namen gemacht. Maria Hammer, Dorothea Muhr, Reiko Oishi und Dr. Carola Tausend spielen live auf dem antiquarischen Piano im Kino. Und wer sich als Mitglied auch gerne einbringen möchte, ist herzlich willkommen, beispielsweise als „Kino-Engel“ als begleitender ehrenamtlicher Dienst beim Ein- und Auslass zu einer Vorstellung, die man dafür umsonst besuchen darf inklusive einem Freigetränk.    red

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