Fürstenfeldbruck – Großes Kino: Mit einer rundum gelungenen, facettenreichen und unterhaltsamen Feier mit über 150 Gästen wurde der 2. Saal des Lichtspielhauses offiziell eröffnet. Seit Mitte Dezember kann das mehrfach prämierte Traditionskino Lichtspielhaus in der Maisacher Straße, das 1930 vom berühmten Architekten Adolf Voll konzipiert wurde, durch einen Anbau seine Kapazitäten erweitern und den Besuchern/innen ein noch vielfältigeres Film- und Eventerlebnis mit der Möglichkeit zu Sonderveranstaltungen im kleinen Rahmen bieten. Der innovative Kinosaal soll aus wirtschaftlicher Sicht das Überleben des Kinos mitsichern.
Bevor das neugierige Publikum endlich einen Blick in das taufrische Nebengebäude werfen durfte, gab es im großen Saal Gruß- und Dankesworte von Seiten vieler Involvierter sowie einen kleinen heiteren Filmbeitrag mit hiesigen Cineasten, die über ihre persönlichen Erlebnisse rund um das ehrwürdige Haus berichteten. Bayerns ältestes freistehendes Kinogebäude bietet seit seiner Modernisierung und verschiedenen Umbauten in den Jahren 2017 und 2023 ein umfangreiches Filmprogramm für alle Altersgruppen in einem ganz besonderen Rahmen, denn es verfügt u.a. über gemütliche, mit Sofas ausgestattete Logen, ein Foyer im Kaffeehausstil sowie über beeindruckende Architektur und Innenausstattung.
Der amtierende Oberbürgermeister Christian Götz würdigte auch den früheren Rathauschef Klaus Pleil, dem es maßgeblich mit zu verdanken ist, dass das Kino vor dem endgültigen Aus bewahrt werden konnte. Götz attestierte ihm „Hartnäckigkeit“ ebenso wie dem Betreiber „Mut“, den knapp 500 IG Lichtspielhaus-Mitgliedern „Idealismus“ sowie dem Stadtrat „Visionen“. Markus Eisele, der Geschäftsführer der Betreiberfirma, bezeichnete den neuen Saal als „Meilenstein“… „Neben all den Mühen und Problemen, die ein solches Projekt mit sich bringen, so überwiegt doch der Stolz darüber, diese Mammutaufgabe mit dem kleinen Kino-Team vor Ort gestemmt zu haben…“ Auch der IG-Vorsitzende, Dr. Richard Bartels, setzt große Hoffnung darauf, dass man sich nun die nächsten zwei- bis drei Jahrzehnte keine Gedanken mehr machen müsse über den Kino-Fortbestand.
Rund acht Monate betrug die Bauzeit des Anbaus, die Außenfassade soll voraussichtlich im Januar fertiggestellt werden. Die ursprünglich berechneten Kosten haben sich allerdings nahezu auf stolze 600.000 Euro verdoppelt. Das mit dem Hauptsaal verbundene Kino 2 beherbergt 35 Sitzplätze, davon 27 herkömmliche Parkett-Kinostühle in drei Reihen und eine hintere Logenreihe mit drei Doppelsitzer-Sofas und zwei Einzelsesseln mit viel Beinfreiheit, Licht am Platz und der Möglichkeit, die Füße bequem hochzulegen. Eine Fußbodenheizung sorgt für wohlige Wärme im neuen Saal, der auch mit Behindertentoilette, kleinem Foyer und einem Technikraum ausgestattet ist und des Weiteren durch seine einzigartige, „schräge“ Architektur glänzt, denn man wird dort kaum einen rechten Winkel finden. Außerdem kann man jetzt über einen Zugang mit Rampe barrierefrei ins gesamte Kino gelangen.
Nun wünschen sich alle Beteiligten, dass umso mehr Menschen ins Kino strömen werden, um dort, so Eisele, „wunderbare, kulturell wertvolle Freizeitmomente“ genießen zu dürfen. Für weitere Informationen und Ticketbuchungen kann man die offizielle Webseite des Lichtspielhauses aufrufen unter www.kino-ffb.de red