Die Tage sind gezählt, die Abrissbirne steht bereits in den Startlöchern. Im Mai soll das ehemalige „Kaufhaus Herz“, Nachfolger war das Schuhhaus RENO, abgerissen werden. Eigentümer ist Manfred Herz, der trotz intensiver Suche keinen Nachfolger für das in Insolvenz gegangene Schuhhaus gefunden hat. Weshalb das Gebäude an der Sonnenstraße 36/38 nun einem modernen Wohngebäude mit 18 Wohneinheiten weichen wird.
Im Mai soll das ehemalige „Kaufhaus Herz“, Nachfolger war das Schuhhaus RENO, abgerissen werden.
Leni Lehmann

Gilching – Die Tage sind gezählt, die Abrissbirne steht bereits in den Startlöchern. Im Mai soll das ehemalige „Kaufhaus Herz“, Nachfolger war das Schuhhaus RENO, abgerissen werden. Eigentümer ist Manfred Herz, der trotz intensiver Suche keinen Nachfolger für das in Insolvenz gegangene Schuhhaus gefunden hat. Weshalb das Gebäude an der Sonnenstraße 36/38 nun einem modernen Wohngebäude mit 18 Wohneinheiten weichen wird. Zuvor jedoch durften die Floriansjünger der Freiwilligen Feuerwehr Gilching das leerstehende Schuhhaus für einen fiktiven Einsatz nutzen.

„Wir sind immer sehr dankbar, wenn wir so ein Angebot bekommen“, betonte Bernhard Lenker, Ausbilder bei der FFW Gilching. Am Samstag war es dann soweit. Ein Löschwagen mit 3000 Liter Wasser im Tank sowie 12 Floriansjünger, darunter vier Ausbilder, rückten gegen elf Uhr vormittags aus. Auf dem Schulungs-Programm stand Atemschutzübungen. Dazu war ein Brand im ehemaligen Schuhhaus RENO gemeldet worden. Um nicht nur professionelle Masken zum Atmen, sondern auch genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben, mussten etliche Schläuche an den Löschwagen mittels eines Verteilers angeschlossen werden. Und weil es sich ja um einen fiktiven Einsatz handelte, wurde in Vorbereitung ein 50 Kilogramm schwerer Dummy als lebloser Körper im ehemaligen Verkaufsraum deponiert.

Unklar für neutrale Beobachter war, weshalb einigen der Feuerwehrmänner durchsichtige Plastiktüten am Schutzhelm und vor dem Gesicht befestigt bekamen. „Wenn die Aktiven nur noch Sicht durch die Plastiktüten haben, erfahren sie, wie die Sicht bestenfalls ist, wenn sie in Ernstfall in einen verrauchten Raum kommen“, erklärte Lenker. Und dann ging es rund fünf Stunden lang Schlag auf Schlag. Diverse Situationen wurden durchgespielt, unter anderem auch die Rettung des leblosen Dummys. „50 Kilogramm hören sich zwar nicht schwer an. Aber in echt kann es schon zu Komplikationen kommen, wenn die Retter durch lodernde Flammen und dichten Rauch durchmüssen.“

Generell finden drei Mal im Monat Atemschutzübungen statt, erklärte Lenker. Dazu kommen Sonderübungen, wenn ihnen Objekte zur Verfügung gestellt werden, wo man reale Situationen nachempfinden kann. Sein Appell lautet, doch jedes leerstehende Gebäude, das dem Abriss geweiht ist, der Feuerwehr zu melden. Was außerdem auf der Wunschliste der Floriansjünger steht, sind weibliche Mitglieder, die sich zur Feuerwehrfrau ausbilden lassen. Alter ab 12 Jahren.

Generell aber werde laufend Nachwuchs – egal ob männlich oder weiblich - gesucht. Lenker räumt ein, dass der Dienst bei der freiwilligen Feuerwehr schon einige Zeit in Anspruch nimmt. „Für so Übungstage, wie diesen, muss man schon damit rechnen, dass der ganze Samstag dafür drauf geht.“ Für Lenker hat der Einsatz im ehemaligen Kaufhaus Herz/Schuhhaus RENO eine ganz besondere Bedeutung. „Es fällt einem schon schwer, wenn man sieht, wie vieles einfach so verschwindet, was einmal zum Leben gehörte. Meine Oma hat gegenüber vom Kaufhaus gewohnt, und da sind wir auch oft einkaufen gegangen. Auch das Schuhgeschäft war einem vertraut. Als ich mich mit Manfred Herz über das Thema unterhielt, haben wir beide festgestellt, dass dies der Gang der Zeit sei und man auch nichts dagegen machen könne.“ LeLe       

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