In 29 Jahren haben Wettereinflüsse mittlerweile bei der „Piggi“ sichtbare Spuren hinterlassen. Acht Mitglieder der „Traditionsgemeinschaft (TG) Fursty“ unter der Leitung von Hauptmann a.D. Michael „Mike“ Weber waren rund zwei Monate im Einsatz. Sie investierten 120 Arbeitsstunden mit umfangreichen Restaurierungsarbeiten.
In 29 Jahren haben Wettereinflüsse mittlerweile bei der „Piggi“ sichtbare Spuren hinterlassen.
Traditionsgemeinschaft Fursty

FürstenfeldbruckManche Schmuckstücke werden erst wertvoll, wenn Sie „Patina“ angesetzt haben. Manche jedoch erst, wenn der „alte Lack“ ab ist – so wie hier auf dem Fliegerhorst „Fursty“.
 

Das Propellerflugzeug der Bundeswehr

Dazu ein bisschen historischer Hintergrund: Piaggio in Italien erhielt von der jungen Bundeswehr einen Kaufvertrag für 266 Flugzeuge des Typs Piaggio P. 149 D – von den Soldaten auch „Piggi“ genannt. In Italien wurden 76 Maschinen gefertigt, die restlichen 190 Flugzeuge als Lizenzbau von Focke-Wulf in Bremen. Das viersitzige Propellerflugzeug mit einziehbarem Fahrwerk erreichte durch einen 270 PS Motor eine Reisegeschwindigkeit von 120 Knoten, etwa 225 Stundenkilometer. Die Flugzeuge wurden ab 1957 nicht nur für die fliegerische Schulung von Transportflugzeugführern genutzt, sondern auch als Verbindungsflugzeuge in den fliegenden Verbänden von Luftwaffe und Marine. 1961 kam eine weitere Aufgabe hinzu: das sogenannte Screening, eine Eignungsfeststellung für zukünftige Jetpiloten in Uetersen, westlich von Hamburg. Nach einer kurzen Verlegung nach Neubiberg erreichten 40 Flugzeuge im Jahr 1973 den Flugplatz Fürstenfeldbruck und bildeten die 3. Staffel. Sie war im Norden des Flugplatzes stationiert und nutzte einen ehemaligen Rollweg als Start- und Landebahn.
 

Das Sockelflugzeug

Das Screening in „Fursty“ dauerte 17 Jahre und wurde 1990 in die USA nach Goodyear/Arizona verlegt. Nach insgesamt 33 Jahren Nutzungsdauer kam für die „Piggi“ das Ende der fliegerischen Nutzung in der Bundeswehr. Fast zehntausend Pilotenanwärter der Teilstreitkräfte Luftwaffe und Marine begingen die ersten Schritte in ihrer militärischen Flugzeugführerkarriere auf dem italienischen Motorflugzeug. Im März 1990 feierte das Jagdbombergeschwader 49 die Außerdienststellung des Flugzeugs mit einem Appell. Der damalige Kommodore des Geschwaders, Oberst Fritz Morgenstern, ließ noch im selben Jahr eine Maschine des Typs mit dem militärischen Kennzeichen 90+94 auf einem Betonsockel vor dem jetzigen Captain Higgins Gebäude anbringen. Darin durchliefen mehrere Generationen bis zur Außerdienststellung des Alpha Jets 1997 ihre fliegertheoretische Ausbildung.

Die Restaurierung

In 29 Jahren haben Wettereinflüsse mittlerweile bei der „Piggi“ sichtbare Spuren hinterlassen. Acht Mitglieder der „Traditionsgemeinschaft (TG) Fursty“ unter der Leitung von Hauptmann a.D. Michael „Mike“ Weber waren rund zwei Monate im Einsatz. Sie investierten 120 Arbeitsstunden mit umfangreichen Restaurierungsarbeiten. Die Kosten von nahezu 1.000 Euro übernahm die „TG Fursty“. Zur Freude von Soldaten, Zivilbeschäftigten und Besuchern des Fliegerhorstes „Fursty“ erstrahlt die „Piggi“ nun auf ihrem Sockel in neuem Glanz.           red

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