In Puchheim wurde im Jahr 2008 eine Saatkrähenbrutkolonie im Schopflachfriedhof festgestellt. Seitdem hat sich die Zahl der Nester erheblich erhöht und der Brutbereich hat sich in das angrenzende Wäldchen ausgedehnt.
In Puchheim wurde im Jahr 2008 eine Saatkrähenbrutkolonie im Schopflachfriedhof festgestellt. Seitdem hat sich die Zahl der Nester erheblich erhöht und der Brutbereich hat sich in das angrenzende Wäldchen ausgedehnt.
Ralf Zierold/pixelio.de

Puchheim - Seit der Unterschutzstellung der Singvögel durch das Bundesnaturschutzgesetz im Jahr 1977 kam es zu einem starken Anwachsen der zuvor sehr stark geschrumpften Saatkrähen-Populationen in Bayern. Problematisch ist, dass die Brutgebiete, die sich ursprünglich in offenen Landschaften mit Gehölzgruppen befanden, inzwischen fast ausschließlich innerhalb von Städten und Gemeinden zu finden sind. Dort werden sie oft als störend wahrgenommen und Vergrämungsmaßnahmen gefordert. In Puchheim wurde im Jahr 2008 eine Saatkrähenbrutkolonie im Schopflachfriedhof festgestellt. Seitdem hat sich die Zahl der Nester erheblich erhöht und der Brutbereich hat sich in das angrenzende Wäldchen ausgedehnt. Außerdem gab es seither immer wieder Splitterbereiche. Bereits seit dem Jahr 2011 führt die Stadt verschiedene Vergrämungsmaßnahmen durch, die stets im Vorfeld von der Regierung von Oberbayern genehmigt werden mussten.

Auch in diesem Jahr führt die Stadt Puchheim wieder umfangreiche Maßnahmen durch, um die Saatkrähenproblematik in den Griff zu bekommen. Wie bereits in den vergangenen beiden Jahren wird auch 2020 hierzu ein Falkner eingesetzt. Erstmals dürfen die Greifvögel nicht nur in den ehemaligen Splitterbereichen, sondern auch in den Randbereichen der Hauptkolonie eingesetzt werden. Der Falkner ist dabei auch auf die Unterstützung der Puchheimer Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Bitte informieren Sie uns, wenn an einer Stelle mehrere Krähennester gebaut werden. Eventuell besteht dann noch die Möglichkeit, diese wieder zu entfernen. Auf keinen Fall sollten Sie die Saatkrähen füttern!

Anfang Februar werden zudem die BirdGards (d.h. Lautsprecheranlagen, die Saatkrähenpanikrufe abgeben) aktiviert, die am Rand der Hauptkolonie und in einigen Splitterbereichen installiert wurden, um die Saatkrähen von diesen Bereichen fernzuhalten. Sollten trotzdem Nester in den Randbereichen der Hauptkolonie gebaut werden und neue Splitterkolonien entstehen, wird die Stadt versuchen, diese dort wieder zu entfernen. Langfristiges Ziel der Stadt Puchheim ist die allmähliche Vergrämung der problematischen Hauptkolonie am Schopflachwäldchen/-friedhofs in siedlungsfernere Bereiche. Um hierfür eine Genehmigung zu erhalten, ist jedoch die Etablierung und der Schutz einer solchen Neuansiedlung Voraussetzung. Sollten sich Saatkrähen in unproblematischen Bereichen zum Brüten niederlassen, dürfen sie daher dort auf keinen Fall gestört werden.

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