Dr. Gerhild Schenk-Heuck, Sprecherin der IG Hochstadt, sammelte auf der Info-Veranstaltung fleißig Unterschriften
Lele
Landkreis Starnberg – Standort St. Gilgen oder Hochstadt? Vor dieser Entscheidung steht der Abfall-Zweckverband Starnberg (AWISTA). Auf der Agenda steht der Bau einer Müll- und Wertstoff-Umladestation mit integriertem Verwaltungsgebäudes und Sozial-Kaufhauses.  Generell war das Thema schon in trockenen Tüchern. Nachdem die Gemeinde Weßling vor drei Jahren den Standort zwar auf eigener Flur, jedoch optisch gegenüber der Autobahn  bei St. Gilgen abgelehnt hatte, war AWISTA weiter auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück. Immerhin geht die Standortsuche schon über zehn Jahre. Fündig wurde der Verband zwischen dem Weßlinger Ortsteil Hochstadt und dem Gautinger Ortsteil Oberbrunn. Zuständig die Gemeinde Gauting, die mittlerweile auch schon den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst hat. Laut AWISTA-Geschäftsführer Peter Wiedemann sei das vier Hektar große Areal, das ein Landwirt an den Verband verkauft hatte, optimal für diese Zwecke. Nachteil jedoch ist, dass das Grundstück nur 600 Meter von Hochstadt entfernt liegt.

Und dies rief nun die Weßlinger Bürger mit Unterstützung der IG Hochstadt und des Weßlinger Bürgermeister Michael Muther (FW) auf den Plan. Vorgeschlagen wird, als Alternative nun doch wieder den Standort St. Gilgen ins Auge zu fassen. „Mittlerweile gibt es die Umgehungsstraße von Weßling sowie schon bald die Umgehung von Gilching. Deshalb wird es, wie noch vor drei Jahren befürchtet, keinen zusätzlichen Verkehr durch die umliegenden Ortschaften geben“, erklärte Muther. Unterstützt wird das Vorhaben durch die BI Hochstadt, die zu einer Info-Veranstaltung an den umstrittenen Standort eingeladen hatte. Rund 400 Bürger waren gekommen. „Wenn wir etwas erreichen wollen, dann nur mit vernünftigen Argumenten und einer sachlichen Diskussion“, sagte Muther. Eindringlich appellierte er an die Versammlung, auf Trillerpfeifen, Böller und Buhrufe zu verzichten. Ein Appell der nicht immer fruchtete. Zielscheibe aggressiver Äußerungen war unter anderem Landrat Karl Roth, der sich angesichts der kurzfristig anberaumten Veranstaltung – er hatte bereits sein Kommen auf der Eröffnung der Filmfestivals zugesagt - entschuldigen ließ. Aber auch das Wasserwirtschaftsamt, das Grundstück liegt in einer Wasserschutzzone III B, das zum Leidwesen der Hochstadter keinen Vertreter geschickt hatte, bekam den Zorn der Menge zu spüren. Sowie Peter Wiedemann, der sich allerdings bereit erklärte, ans Mikrofon zu treten. Nach seinem verbalen Einstieg, am Standort zwischen Hochstadt und Oberbrunn festzuhalten, schlug er versöhnlichere Töne an. Insbesondere zur Alternative St. Gilgen. „2015 wären wir gerne als Nachbar von Remondis nach St. Gilgen gegangen. Leider wurde der Standort im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens von Weßling abgelehnt“, erinnerte Wiedemann. Generell aber sei der von der BI wieder ins Rennen gebrachte Standort noch nicht aus dem Rennen. „Im Rahmen des Gautinger Bebauungsplanverfahren hat jeder Betroffene die Möglichkeit, Kritik und Anregungen vorzubringen.

Diese werden gewürdigt und Wert geschätzt“, versprach Wiedemann. Im Übrigen gebe es dann auch eine Gegenüberstellung der rund vier Hektar großen Fläche auf Gautinger Flur beziehungsweise der rund zwei Hektar, die bei St. Gilgen zur Verfügung stünden. „Entscheiden werden allerdings die Kreis- und Verbandsräte.“  Christoph Günter, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim DLR und wohnhaft in Oberpfaffenhofen befürchtet gar starke Geruchsbelästigungen. „Das wäre der Tod für viele Einrichtungen“, betonte er. Von einer „Katastrophe“ sprach Professor Donata Valentin, Weßlinger Landschaftsarchitektin: „Wenn wir nicht aufpassen, zieht sich das gewerbliche Band von Weßling bis nach Gilching und zersiedelt unsere Landschaft.“ Im Übrigen erinnerte sie daran, dass es ein so genanntes wenn auch mittlerweile „aufgeweichte Anbindungsgebot“ gibt, wonach nicht mitten in die Landschaft hinein gebaut werden darf. „Dies ist immer noch ein starkes rechtliches Argument.“ Muther mahnte zudem an die zusätzliche verkehrliche Belastung. „Es sind nicht die Müllfahrzeuge, die können angewiesen werden, die kleinen Orte zu meiden. Es ist der Individualverkehr der auf uns zukommen wird.“ Ein Resümee ziehend freute sich Muther über das starke Interesse und auch die Unterstützung durch die Bürger. „Ich werde jetzt alle Argumente zusammenfassen und in einem Brief jeden einzelnen Kreisrat und die anderen zuständigen Stellen bitten, in der Verbandsversammlung die Stimme pro Alternative bei St. Gilgen zu erheben.“ Außerdem sammelt die BI gerade Unterschriften pro Standort St. Gilgen, die ebenfalls beigelegt werden. LeLe  
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