fliegerhorst Fürstenfeldbruck
Amper-Kurier

Fürstenfeldbruck - Die bayerische Wasserwirtschaft betreibt ein umfangreiches chemisches und biologisches Monitoring mit dem Ziel, den Zustand der Gewässer zu überwachen. Hierzu dienen verschiedene Messnetze, eines davon ist das Projekt Monitoring-Offensive Schadstoffe (MOSAIC). Während der Projektlaufzeit von 2017 bis 2024 werden jährlich ca. 90 zu untersuchende Messstellen mit den Wasserwirtschaftsämtern abgestimmt und die Oberflächengewässer mehrmals pro Jahr auf die unterschiedlichsten Schadstoffe, wie etwa Pflanzenschutzmittel, aber auch perfluorierte Chemikalien (PFC) analysiert.

PFC werden aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, unter anderem in wasser- und schmutzabweisender Textilbekleidung, beschichteten Pfannen im Haushalt sowie früher in Schaumlöschmitteln bei Bränden eingesetzt. Heute werden sie weltweit in Gewässern, in der Atmosphäre sowie im Gewebe bzw. Blut von Tieren, aber auch von Menschen nachgewiesen und sind in Bayern seit 2006 Gegenstand einer umfassenden Umweltbeobachtung. Im Rahmen der aktuellen Monitoring-Offensive wurde dieses Jahr die Maisach an einer Messstelle bei der Ortschaft Günding beprobt, wobei die Analyse leicht erhöhte PFC-Werte ergab. Beprobungen des Grundwassers deuteten darauf hin, dass die erhöhten PFC-Werte in der Maisach mit denen des Grundwassers korrespondieren.

Vor diesem Hintergrund wurden vom Wasserwirtschaftsamt München im Rahmen einer sog. orientierenden Untersuchung weitere umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, die im Grundwasser im Bereich des ehemaligen Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck Überschreitungen der vorläufigen Schwellenwerte/Stufen-Werte (gemäß den „Leitlinien zur vorläufigen Bewertung von PFC-Verunreinigungen in Wasser und Boden“ des Bayerischen Landesamtes für Umwelt vom April 2017) für die Einzelstoffe PFOS (Perfluoroktansulfonsäure) und PFNA (Perfluornonansäure) ergaben. Im nordöstlichen Bereich des ehemaligen Fliegerhorstes wurden innerhalb des Untersuchungsgebiets die höchsten Gehalte an PFC nachgewiesen. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse werden auf der Homepage des Wasserwirtschaftsamts München unter www.wwa-m.bayern.de/grundwasser_boden/grundwasserqualitaet/index.htm zur Verfügung gestellt.

Die aktuellen Ergebnisse begründen den Verdacht einer Altlast oder schädlichen Bodenverunreinigung auf dem Areal des ehemaligen Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck. Derzeit werden von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr im Rahmen einer sog. historischen Erkundung mögliche Eintragungsorte für insbesondere etwa mit PFC belasteten Feuerlöschschaum ermittelt. Hieran werden sich weitere Untersuchungen anschließen mit dem Ziel, die möglichen Ursachen für die gemessenen PFC-Werte zu überprüfen und Hinweise zu geben auf weitere erforderliche Verfahrensschritte.

Parallel hierzu wurde den Trinkwasserversorgern durch das Landratsamt Fürstenfeldbruck eine vorsorgliche Untersuchung des Trinkwassers auf PFC empfohlen. Die Untersuchungsergebnisse der Gemeinde Maisach, des Wasserbeschaffungsverbandes Germering, der Stadtwerke Germering sowie des Amperverbandes waren unauffällig. Den Inhabern von Einzelwasserversorgungen im Umkreis von 1,5 km um einen belasteten Bewässerungsbrunnen östlich des Ortes Gernlinden wurde empfohlen, vorsorglich Untersuchungen auf PFC an geeigneten Stellen ihrer Trinkwassergewinnung durchführen zu lassen. Die Belastung des Grundwassers kann Auswirkungen auf Bauvorhaben im Grundwasserabstrom des Fliegerhorstgeländes haben. Bei Bauwasserhaltungen und beim Erdaushub können zusätzliche Anforderungen an eine Reinigung des Wassers vor Wiedereinleitung in ein Gewässer bzw. bei der Entsorgung des Bodenaushubs erforderlich sein. Das Landratsamt Fürstenfeldbruck begleitet die notwendigen Schritte federführend. Das Wasserwirtschaftsamt München, das Landesamt für Umwelt (LfU) und das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sind als externe Fachstellen eingebunden.

Kategorie

Das könnte Sie auch interessieren

Landkreis – Laut Beobachtungen des NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.) ist heuer bundesweit ein Storchen-Rekordjahr zu verzeichnen, mit über 15.000 brütenden Paaren des Weißstorchs (Ciconia ciconia). Wie der Verband mitteilt, habe es seit Beginn der Aufzeichnungen noch nie mehr Brutpaare gegeben.

Fürstenfeldbruck – Vor kurzem feierte die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler ihren 65. Geburtstag. Aus diesem Anlass hatte sie alle Gratulanten gebeten, auf persönliche Geschenke zu verzichten und stattdessen Spenden an das Hospiz Germering zu überweisen. Insgesamt 1.905 Euro sind so zusammengekommen.

Fürstenfeldbruck – Die stellvertretende Landrätin Martina Drechsler hat im Rahmen einer Feierstunde zusammen mit Kreisbrandrat Christoph Gasteiger zahlreiche Feuerwehrleute für ihre langjährige aktive Mitgliedschaft bei den Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Fürstenfeldbruck ausgezeichnet.

Fürstenfeldbruck – Die fünf westlichen Bezirke der Landeshauptstadt München und der Landkreis Fürstenfeldbruck haben sich zur Öko-Modellregion „Landkreis Fürstenfeldbruck – München West“ zusammengeschlossen.

Gilching – Igel gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Wildtieren in unseren Gärten. Doch ihre Lebensräume werden zunehmend durch Zäune, Mauern und versiegelte Flächen zerschnitten. Oft reichen schon wenige Zentimeter, um den Tieren den Weg auf ihrer nächtlichen Suche nach Nahrung und Unterschlupf zu versperren.

Germering – Die Regierung von Oberbayern und die Bayernwerk Netz GmbH haben den TSV Unterpfaffenhofen-Germering mit dem Bürgerenergiepreis Oberbayern für sein herausragendes bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet.

Fürstenfeldbruck – Für ihren außergewöhnlichen Einsatz für Kinder, Jugendliche und Familien wurden Rosmarie Ehm und Karl Heinz Theis vom Kreisverband Fürstenfeldbruck des Deutschen Kinderschutzbundes mit der silbernen Ehrennadel des Bundesverbandes ausgezeichnet.

Fürstenfeldbruck – Die Brucker Kulturnacht zur nächtlichen Stunde ist eine fest etablierte sommerliche Institution im regionalen Veranstaltungsjahr. Zahlreiche Besucher*innen bestätigen dies jährlich aufs Neue. Und so locken auch 2026 wieder zahlreiche Spielstätten Groß und Klein mit sorgfältigem Programm.