Die Baukonjunktur kühlt weiter ab, sagte der Obermeister der Brucker Bauinnung, Markus Krabacher, bei der Frühjahrsversammlung am vergangenen Dienstagaband im Restaurant Mythos in Germering. Im öffentlichen Hoch- und Tiefbau sowie im Wohnungsbau führen hohe Baukosten, steigende Bauzinsen und fehlende staatliche Förderungen zu einer rückläufigen Nachfrage.
Auch das Ziel der Politik, der Bau von 400.000 Wohnungen wurde nicht erreicht, berichtete der Bau-Obermeister.
Kreishandwerker Fürstenfeldbruck/Dieter Metzler

Germering – Die Baukonjunktur kühlt weiter ab, sagte der Obermeister der Brucker Bauinnung, Markus Krabacher, bei der Frühjahrsversammlung am vergangenen Dienstagaband im Restaurant Mythos in Germering. Im öffentlichen Hoch- und Tiefbau sowie im Wohnungsbau führen hohe Baukosten, steigende Bauzinsen und fehlende staatliche Förderungen zu einer rückläufigen Nachfrage, zitierte Krabacher den Präsidenten des Landesverbandes Bayerischer Bauinnungen (LBB), Wolfgang Schubert-Raab. „Nach Erhebungen des Zentralverbandes rund 33 Prozent“, so der Innungs-Obermeister.

Um die Baubranche wieder anzukurbeln, forderte Krabacher den Freistaat und die Kommunen zu staatlichen Bauinvestitionen auf dauerhaft hohem Niveau auf. „Wir brauchen eine verlässliche Politik, nach der wir uns richten können.“ Als Beispiel nannte Krabacher die Heizungspolitik der Regierung. „Mal heißt es Wärmepumpen, dann Fernwärmeversorgung. Alle werden nervös gemacht und keiner kennt sich mehr aus.“

Auch das Ziel der Politik, der Bau von 400.000 Wohnungen wurde nicht erreicht, berichtete der Bau-Obermeister. Gerade einmal 285.000 wurden fertiggestellt. Durch die Zinserhöhungen rauschen die Baugenehmigungen weiter in den Keller. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, dass vom März 2022 bis März 2023 der Wohnungsbau um 14,9 Prozent zurückgegangen sei, untermauerte Thomas Schmid, Geschäftsführer der LBB Oberbayern, die Aussage des Bau-Obermeisters. Die Baugenehmigungen im gleichen Zeitraum sind gar auf 36,1 Prozent zurückgegangen. „Es ist einfach keine Verlässlichkeit da, keine gerade Linie. Heute soll man Wärmepumpen bauen, morgen Fernwärmeleitungen. Bin gespannt, was nächste Woche kommt“, so Schmid. Er befürchtet, dass dieses und das nächste Jahr nicht einfacher werden. Im Frühjahr haben einige Betriebe Kurzarbeit überlegt, die sei aber für das Handwerk einfach zu teuer, weil sie die Sozialkosten tragen müssen.

Die vielen Bemühungen um Nachwuchs-Werbung, wie der „Tag des Handwerks“, Info-Veranstaltungen in Schulen,  oder auch Workshops bedeute viel Aufwand, so Krabacher, aber letztlich fehle den Betrieben dazu einfach die Zeit. Die Resonanz rechtfertige den Aufwand kaum. Trotz Bürokratieentlastungsgesetz werde die „Arbeit am Schreibtisch“ immer mehr, so Krabacher. Man könne sich kaum noch auf die eigentliche Arbeit und die Mitarbeiter konzentrieren.

Aufgrund der steigenden Material- und Energiekosten mussten die Betriebe im ersten Vierteljahr reale Umsatzeinbußen hinnehmen, nicht zuletzt auch wegen der Nachfrageschwäche im Bausektor, berichtete die stellvertretende Kreishandwerksmeisterin Bettina Zellhuber. Die Investitionstätigkeit liege aber bei 35 Prozent und sei gegenüber dem vergangenen Jahr nach wie vor stabil geblieben.

Mit der Aktion „Massiv mein Haus“ will die Baubranche die Vorteile des Massivbaus herausstellen, erläuterte Schmid anschließend den Neustart der Massivbau-Kampagne des LBB. Es handelt sich dabei um keine Konkurrenz zum Holzbau, so der Geschäftsführer der LBB-Geschäftsstelle Oberbayern. Nach einer ausgiebigen Diskussion über das Angebot eines Basis-Pakets oder eines Premium-Pakets, stimmten die Innungsmitglieder ab, Massivbau-Partner zu werden und der Initiative beizutreten. Dabei entschieden sie sich für das Premium-Paket in Höhe von jährlich 500 Euro, wobei die Bauinnung die Hälfte der Kosten übernimmt.                                         Dieter Metzler

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