Am Ende des Kurses fühlten sich alle Frauen durch das neue Wissen und die Erfahrung sich verteidigen zu können gestärkt
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Germering - Insgesamt neun Frauen und Mädchen nahmen am letzten Selbstverteidigungskurs der Abteilung Ju-Jutsu/Karate des SC Unterpfaffenhofen-Germering (SCUG) teil. „Was mache ich, wenn ich plötzlich auf dem Nachhauseweg Schritte hinter mir höre?“, „Wo ist der sicherste Platz im S-Bahn-Abteil?“ -  die Teilnehmerinnen wünschten sich vor allem Tipps, wie sie sich vor einem  Übergriff schützen und  wie sie sich im Ernstfall verteidigen können. „Wer weiß wie man sich im Fall eines Übergriffs wehren kann, tritt selbstsicher auf und verhindert allein dadurch schon in den meisten Fällen ein Opfer zu werden“, sagt Kursleiterin Astrid Staudt vom SCUG. So basiert der Kurs nach dem Konzept des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes (DJJV) auf drei Säulen: Prävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Entsprechend des Kurskonzeptes werden die Teilnehmerinnen sowohl theoretisch als auch praktisch in Selbstbehauptung und Selbstverteidigung geschult.

„Die Selbstverteidigungssituation steht am Schluss der drei Säulen, weil Sexualstraftäter ihre Opfer gezielt auswählen“, erklärt Ottmar Thalmeier, Ausbilder für Selbstverteidigung beim Flughafenzoll München und Kursleiter FrauenSelbstSicherheit . Deshalb übten die beiden Referenten mit den Teilnehmerinnen zuerst, wie sie Gefahrensituationen erkennen und rechtzeitig Grenzen können. „Kann ich wirklich konkret sagen, wenn mir etwas nicht gefällt? Bin ich dann nicht unhöflich“. Die Teilnehmerinnen erfuhren in dem Kurs, dass sie sich nicht alles gefallen lassen müssen. Sie dürfen und müssen klar und deutlich sagen, was ihnen nicht gefällt. Besonders weil die Statistiken der Polizei zeigen, dass sexuelle Übergriffe hauptsächlich im persönlichen Nahbereich stattfinden. Gerade da fällt es Frauen schwer Grenzen zu setzen oder sich zu wehren. Zu tief sitzt der Schock, dass der nette Bekannte  plötzlich kein Nein akzeptiert. Im Kurs stellten die Trainer diese Situationen gemeinsam mit den Teilnehmerinnen nach und erarbeiteten Lösungsmöglichkeiten.

„Am wichtigsten ist immer die eigene körperliche Unversehrtheit“, betonte Ottmar Thalmeier. Der Zollbeamte ist aus beruflichen Gründen Konfliktsituationen ausgesetzt. So profitierten die Teilnehmerinnen von seinen Tipps zur Entschärfung von gefährlichen Situationen.  Wenn sich aber eine Konfrontation trotz aller vorbeugenden Maßnahmen nicht vermeiden lässt, dann ist entschiedene Selbstverteidigung angesagt. „Wer sich zur Verteidigung entschlossen hat, muss mit aller Konsequenz handeln“, erklärte Astrid Staudt. Dies setzt einen starken Willen voraus. „Sieh dich als Siegerin!“, denn das Aufgeben findet vor allem im Kopf statt. Polizeiliche Statistiken belegen, dass schon geringe Gegenwehr – wie zum Beispiel das Schreien – in über 80 Prozent zu einem Abbruch der Tat führte. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob die Abwehr von Angriffen mit den gelernten Techniken auch in einer Stresssituation funktioniert, legte Ottmar Thalmeier den dickgepolsterten Schutzanzug an. Die Teilnehmerinnen durften sich nun ungebremst verteidigen und erleben, welche Kraft in ihnen steckt und wie viel sie davon benötigen, um einen Angreifer abzuwehren. Am Ende des Kurses fühlten sich alle Frauen durch das neue Wissen und die Erfahrung sich verteidigen zu können gestärkt. Stolz nahmen sie ihre Urkunde in Empfang. Weitere Informationen unter www.jujutsu-germering.de
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