Hinter der roten Linie stellten sich die Referendare vor dem Münchner Rathaus am Marienplatz auf.
ak
Fürstenfeldbruck/München - Zwei Jahre sind bayerische Referendare in der Ausbildung, bis sie ihr Berufsziel erreicht haben. In dieser Zeit dürfen sie endlich das theoretische Wissen aus der Universität in der Praxis anwenden und viele wichtige Erfahrungen sammeln.
Problematisch an der Ausbildung sei jedoch das Stundenpensum, sagen die Referendare. Im zweiten Ausbildungsabschnitt müssten sie 17 Stunden unterrichten, was einer Dreiviertel-Stelle entspreche. In der Ausbildungsordnung sind aber nur 11 Stunden vorgesehen. Hinzu kommen schließlich gerade am Anfang noch mindestens die doppelte Zeit für Vor- und Nachbereitung der Unterrichtsstunden, sowie die Vorbereitung auf Lehrproben und andere Prüfungen. Schlussendlich spart der Staat mit den billigen Referendaren drastisch sein Budget und streicht gleichzeitig Planstellen. Die verbleibenden festen Lehrkräfte sind dann deutlich stärker belastet, da sie die Lehrer in der Ausbildung, die zum Beispiel keine eigenständigen Korrekturen abgeben dürfen, betreuen müssen. Ist die Ausbildungszeit vorbei, werden die Absolventen in die Arbeitslosigkeit geschickt.
So kam es auch, dass der Staat zum Februar 2014 nicht einmal Junglehrern mit dem Traumschnitt von 1,0 eine Stelle versprechen konnte, beschweren sich die Pädagogen. Den Schulen sei sogar meist das Budget für Aushilfsverträge gekürzt oder gestrichen worden, um billige Referendare einzusetzen. Im Kultusministerium sehe man aber keinen Bedarf an neuen Lehrerstellen, die Schülerzahl sei schließlich gesunken. Zudem hätten die Referendare wissen müssen, dass die Anstellungschancen in gewissen Fächerkombinationen sehr schlecht sind.
Deshalb haben sich am Samstag, den 18. Januar am Marienplatz in München viele Junglehrer aus dem Brucker Landkreis mit ein paar Hundert Leidensgenossen aus ganz Bayern getroffen, um in einem Flashmob auf die untragbaren Zustände im bayerischen Schulsystem aufmerksam zu machen. Dem Flashmob Voraus ging die Gründung der Facebook-Gruppe „Bewegung in Bildung“, die innerhalb kürzester Zeit 5.300 Mitglieder zählte. Die Idee dazu hatten fünf Münchner Referendare.
In einer langen Schlange stellten sie sich für fünf Minuten hinter einer roten Linie vor dem Münchner Rathaus auf. Die Markierung sollte den Einstellungsstopp symbolisieren, den der Staat verhängt. Am Ende zertraten alle Teilnehmer ihre Kreiden, um zu verdeutlichen, dass sie diese nicht mehr benötigen, wenn sie in die Arbeitslosigkeit entlassen werden.
Ein kurzes Video der Aktion finden Sie hier: http://www.youtube.com/watch?v=hww7UPAveoc
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