– Ist Wilfred Waiblinger in Gilchinger Gefilden unterwegs, ist er meist auf Spurensuche. Nach geschichtlichen Ereignissen etwa, aber auch beim Aufspüren von Relikten aus längst vergangenen Tagen. Jüngst war er auf dem Friedhof bei St. Nikolaus im Ortsteil Argelsried anzutreffen.
Ist Wilfred Waiblinger in Gilchinger Gefilden unterwegs, ist er meist auf Spurensuche
Leni Lehmann

Gilching – Ist Wilfred Waiblinger in Gilchinger Gefilden unterwegs, ist er meist auf Spurensuche. Nach geschichtlichen Ereignissen etwa, aber auch beim Aufspüren von Relikten aus längst vergangenen Tagen. Jüngst war er auf dem Friedhof bei St. Nikolaus im Ortsteil Argelsried anzutreffen. Anlass ist eine Neuauflage seines ortsgeschichtlichen Werkes „Kreuze, Bildstöcke, Marterl auf Gilchinger Flur“. Wobei neu auch die Kriegerdenkmale zu Ehren kommen. „Ich bin total begeistert, dass ich einen besonderen Tipp von unserer Gemeinde-Archivarin erhalten habe“, schwärmt der 81Jährige Lebensmittelchemiker. Ursula Lochner nämlich habe im kürzlich überraschend von einem Denkmal erzählt, das innerhalb der Friedhofsmauer in Argelsried von Ranken umrahmt an die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege erinnert. Vorgeblich soll eine Tafel bereits an der Mauer der alten Nikolauskirche an die Toten aus dem ersten Weltkrieg erinnert haben. Nach Abbruch der alten Nikolauskirche um 1930 herum soll die Tafel gesichert worden und später dann mit den Namen der Toten und Vermissten aus dem Zweiten Weltkriegs erweitert und in gebührendem Umfeld im Friedhof Argelsried wieder zu Ehren gekommen sein.

 „Auf Gilchinger Flur stehen viele Kleindenkmale, die es zu entdecken gibt. Kreuze, Bildstöcke, Marterl und auch Totenbretter sind ein bedeutender Teil unseres kulturellen Erbes. Sie stehen als stille Glaubenszeugen am Hof, an Straßen, Wegrändern oder in der Flur und fordern Vorübergehende auf, einen Moment innezuhalten. Die Schnitz- und Gussarbeiten der vielen sakralen Denkmäler sind oft von so starker Ausdruckskraft, dass wirklich von kunstvollen Werken gesprochen werden kann. Leider hat die Tradition in den letzten Jahren sehr nachgelassen“, bedauert Waiblinger.  Gehe es bei den Denkmalen meist um Verunglückte oder schlimme Ereignisse, an die erinnert werden soll, tanzt im Ortsteil Steinlach an der Kohlwiese ein hohes Fichten-Kreuz völlig aus der Reihe. Die Inschrift lautet: „1993 aus Sorge errichtet – zum Dank erhalten. Statt einer Mülldeponie besseres Trinkwasser für Gilching.“ Drei Bürgerinitiativen für besseres Trinkwasser hatten sich damals erfolgreich zur Wehr gesetzt. Das Kreuz wurde dann 1993 als Dank für die Verhinderung der geplanten Mülldeponie, so der Plan des Landratsamtes Starnberg, aufgestellt.  Erstmals ist Waiblingers großformatiges Buch mit viel Bildmaterial und Informationen 2015 einer Auflage von 150 Stück erschienen. Doch die Nachfrage ist weiterhin da. Nun geht die vierte, erweiterte Auflage in Druck. Statt 72 werden es 76 Seiten sein, der Preis wird sich von zehn auf 15 Euro erhöhen, betont Waiblinger. Sobald das Werk aus dem Druck kommt, wird es in der Gemeindebücherei und bei Zeitreise Gilching erhältlich sein. LeLe

Kategorie

Das könnte Sie auch interessieren

Puchheim – Anfang Februar traf sich das ehrenamtliche Fahrerteam der Puchheimer Rikscha zum ersten Teamtreffen des Jahres, um gemeinsam die kommende Saison zu planen.

Fürstenfeldbruck – Seit 1. April ist es amtlich: Die B2 führt jetzt über die Oskar-von-Miller-, die Fürstenfelder- und die äußere Schöngeisinger Straße.

Puchheim – Die Stadt Puchheim und der Puchheimer Umweltbeirat veranstalten am Sonntag, 20. September, von 11 bis 17 Uhr am Grünen Markt den diesjährigen Puchheimer Ökomarkt.

Maisach – Ein Tierheim wird dringend im Landkreis Fürstenfeldbruck benötigt. Darin sind sich 17 von 23 Kommunen des Landkreises einig. Die Gemeinde Maisach würde ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen.

Türkenfeld - Der Landkreis Fürstenfeldbruck ist seit dem 6. März 2026 offiziell Teil der bundesweiten Initiative „Region der Lebensretter“.

Olching – Jetzt beginnt beim Vogelnotruf in Olching wieder die Hochsaison der Jungvögel in Not. Dann kommen täglich neue hilflose Piepmätze, die von Hand aufgezogen werden müssen.

Gilching – Der neue Bürgermeister von Gilching heißt Stefan Siegl. Der 49-jährige Kandidat der Freien Wähler gewann die Stichwahl mit 66 % gegen den CSU-Kandidaten Roland Schrafstetter, der auf 34 % der Stimmen kam. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,4 %. Wobei es von Beginn der Auszählung an eindeutig war, wohin der Wählerwille tendiert.

Landkreis – Nach drei Jahrzehnten fest im Amtssitz wurde der 63-jährige Thomas Karmasin (CSU), Jurist und u. a. auch Präsident des Bayerischen Landkreistags, erneut für weitere sechs Jahre als Landrat gewählt.