„Zeit wird es, sich von Dingen zu trennen, die einen zwar jahrzehntelang begleitet haben, aber von denen man sich irgendwann verabschieden muss“, sagt Vera Pein. Die Pflegemutter aus der Inninger Gemeinde Schlagenhofen spricht von zwei Originalen aus der Werkstatt des Gautinger Malers Ludwig Maria Beck
Mit dem Verkauf ihrer Bilder will Vera Pein den Verein Kinderinsel in Gilching unterstützen.
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Gilching - „Zeit wird es, sich von Dingen zu trennen, die einen zwar jahrzehntelang begleitet haben, aber von denen man sich irgendwann verabschieden muss“, sagt Vera Pein. Die Pflegemutter aus der Inninger Gemeinde Schlagenhofen spricht von zwei Originalen aus der Werkstatt des Gautinger Malers Ludwig Maria Beck. „Wir waren damals Nachbarn der Becks und mit ihnen auch befreundet. Für mich als Kind war der Nachbarsgarten mit dem Hexenhäuschen mittendrin ein wahres Paradies“, erinnert sich Pein. Insbesondere für Georg Pein, der Papa von Vera, sei „Lulu“, wie der Maler in Künstlerkreisen liebevoll genannt wurde, ein interessanter Gesprächspartner gewesen. „Und wenn es der Anlass ergab, unter anderem ein runder Geburtstag meines Vaters, dann setzte sich Beck hin und malte extra für ihn ein Bild. Oft durfte ich dem Maler auch über die Schulter schauen. Nach dem Tod meiner Eltern habe ich unter anderem auch die Bilder geerbt.“ Die Werke tragen die Titel „Hamburger Hafen“ mit dem „alten Michel“ sowie „Beobachtungen in einem Zugabteil“. Hamburger Hafen deshalb, weil mein Vater ein Hamburger war und Beck ihm mit dem Bild aus seiner Heimat eine Freude bereiten wollte.“

Pein, die seit Jahren vom Verein Kinderinsel mit Sitz in Gilching unterstützt wird, räumt ein, dass es ihr durchaus nicht leicht fällt, sich von den Originalen zu trennen. Doch im Hinblick darauf, dass durch den Verkauf der Werke Familien und Kinder in Not finanziell unterstützt werden können, der Erlös geht an die Kinderinsel, sieht sie der Abgabe gelassen entgegen. „Meine eigenen Kinder haben kein Interesse daran. Und da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass es in der Region Familien mit Kindern gibt, denen es finanziell nicht so gut geht und ich über viele Jahre in jeder Notlage durch Spenden über den Verein finanziell wie auch durch persönlichen Beistand unterstützt wurde, möchte ich jetzt auch einen kleinen Beitrag leisten und etwas zurückgeben.“ 

Wie berichtet, betreut Vera Pein seit über drei Jahrzehnten Pflegekinder, von denen etliche Kinder Schlimmes erlebt haben und versuchten, im Hause Pein zur Ruhe zu kommen. Rückblickend zählt sie über 60 Buben und Mädchen, die langfristig oder aber auch in Notfällen nur wenige Tage bei ihr unterkamen. Derzeit fühlen sich unter der Obhut der 64Jährigen ehemaligen Arzthelferin drei Mädels zwischen sieben und 17 Jahren sowie ein Junge mit fünf Jahren wohl. Unter Dach wohnt außerdem noch der 25Jährige David, der gerade ein Praktikum im Krankenhaus Seefeld im Bereich Technik macht und dem Pein seit einigen Jahren aktive Unterstützung für ein selbstständiges Leben gibt. Die Werke von Ludwig Maria Beck (1905 bis 1983) sollen nun meistbietend verkauft werden. „Ich denke, dass insbesondere die Gautinger Interesse an Becks Werken haben. Vielleicht gibt es sogar einen Sammler, der seine Sammlung durch die zwei Werke ergänzen will“, betont Pein. Angebote werden unter der Mailadresse kinder.insel@web.de entgegengenommen. Wer die Arbeit des Vereins generell unterstützen möchte, kann dies über das Spendenkonto unter www.unsere-kinderinsel.de tun. LeLe

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