– Am 7. November lud Erster Bürgermeister Norbert Seidl Puchheimer Unternehmer zum jährlichen Wirtschaftsempfang ein. Die Veranstaltung mit dem Titel „Personal P – Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt“ fand dieses Jahr in der neuen Niederlassung des Unternehmens SGS Germany GmbH in der Benzstraße statt. Als Kooperationspartner der Veranstaltung nahm Division Manager Armin Hudetz die Gäste gemeinsam mit Norbert Seidl in Empfang.
Führung durch das weltweit führende Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsunternehmen SGS Germany GmbH in Puchheim.
Stadt Puchheim

Puchheim – Am 7. November lud Erster Bürgermeister Norbert Seidl Puchheimer Unternehmer zum jährlichen Wirtschaftsempfang ein. Die Veranstaltung mit dem Titel „Personal P – Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt“ fand dieses Jahr in der neuen Niederlassung des Unternehmens SGS Germany GmbH in der Benzstraße statt. Als Kooperationspartner der Veranstaltung nahm Division Manager Armin Hudetz die Gäste gemeinsam mit Norbert Seidl in Empfang.

Während einer Führung durch das Unternehmen konnten sich die circa 60 teilnehmenden Unternehmer ein Bild über das weltweit führende Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsunternehmen machen. Im Herzen des Unternehmens, der neuen Absorberhalle zur Prüfung für Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), werden mit vielfältigen technischen Möglichkeiten kleinste Komponenten bis hin zu komplexen Systemen aus den Bereichen Beleuchtung, IT, In-vitro-Diagnostik und Medizingeräte sowie Industrie und Transport geprüft. Die Labore zur Prüfung der Produktsicherheit, Funk, Brand- und Entflammbarkeitsprüfung, Laser- und Lichttechnik sowie die Bereiche Funktionale Sicherheit und Homologation ergänzen das Kompetenzzentrum. Die 150 Mitarbeiter am Standort kommen aus vielen verschiedenen Ländern.

Um die Begegnung des Fachkräftemangels durch Zuwanderung ging es der Projektleiterin des IQ Projekts NAVi – Netzwerk Arbeit und Vielfalt in der Region München, Dr. Katrin Vogel, in ihrem Vortrag. Welche Instrumente haben Unternehmen, um für die globalen Entwicklungen wie Decarbonisierung, Digitalisierung und demografischer Wandel gerüstet zu sein? Neben Ansätzen wie Aus- und Weiterbildung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie längerer Lebensarbeitszeit spielt auch die Zuwanderung eine entscheidende Rolle. Laut Vogel wird in Deutschland eine jährliche Nettozuwanderung von 400.000 Arbeitskräften als notwendig erachtet, um die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zu erfüllen. Doch wie rekrutiert und vor allem wie hält man die Menschen in Deutschland angesichts der oft mittelmäßigen Position auf der Beliebtheitsskala unter ausländischen Fach- und Arbeitskräften? Die Willkommenskultur in Form von sozialer und betrieblicher Integration sei ausbaufähig, so Vogel. Sie gab den Gästen entsprechende Werkzeuge an die Hand.

In der anschließenden Diskussion mit der Geschäftsführerin des Jobcenters Fürstenfeldbruck, Claudia Baubkus, dem Leiter des Auszubildendenprogramms AZUBEE, Janko Thiem, sowie Vogel und Hudetz, hielt Seidl fest „es geht um Haltung, um Menschen zu halten“. Vogel sagte, es müsse ein Umdenken stattfinden: Die Gleichberechtigung von Geschlecht und Herkunft im Bewerbungsprozess beispielsweise könne durch anonymisierte Bewerbungsverfahren herbeigeführt werden. Natürlich spielen Sprachkenntnisse und Fachkompetenz auch eine entscheidende Rolle, bemerkte Hudetz. Dem begegnet das Jobcenter, indem der Erwerb der Sprachkenntnisse und Arbeit „parallel passieren“ können, so Baubkus. Das Modell „Jobturbo“ im Landkreis Fürstenfeldbruck, das die Potenziale sofort nutze, überzeugte auch Bundeskanzler Olaf Scholz, der das Jobcenter im Oktober besuchte.

In einer abschließenden Umfrage, die Seidl mit Hilfe von Holzwaagen im Publikum durchführte, wog auch die Verkehrsanbindung schwer in der Entscheidung für eine Arbeitsstelle. Dies sei vor allem für die junge Generation ein entscheidender Faktor, so Thiem. Auch wenn laut Süddeutscher Zeitung der Landkreis Fürstenfeldbruck der glücklichste in Deutschland sei, so Seidl, gebe es viel zu tun, um Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt auszugleichen. Mit dem Ausblick in das Themenjahr „Job vor Ort“ 2025 der Puchheimer Wirtschaftsförderung fand der Abend in den Räumlichkeiten der SGS Germany GmbH bei Musik und Essen einen geselligen Ausklang.    red

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