Die bisherigen Gebühren lagen weit unter den üblichen Sätzen und waren nicht kostendeckend
Lele
Gilching – Wer heute eine würdevolle Beerdigung erwartet, muss rechtzeitig den Sparstrumpf füllen. In der Gilching Ratssitzung am Dienstag beklagte unter anderem Paul Vogl (CSU), dass die Bestattungs-Gebühren ab nächstem Jahr um das Vier- bis Fünffache erhöht werden.  Auf der Tagesordnung standen zum einen die Vergabe der Bestattungsdienstleistungen. Gleichzeitig sollten auch die neu berechneten Gebühren als Satzung verabschiedet werden. Es war eine emotional geführte Diskussion. Unter anderem beklagte Rosemarie Brosig (BfG), dass „Menschen ein Leben lang dazu beitragen, dass es der Kommune gut geht und dann können sie wegen der hohen Kosten nicht einmal dem Anlass entsprechend beerdigt werden“. Unverständlich war dem Gremium außerdem, wieso bei der Ausschreibung nur ein Angebot der Firma Abschied eingegangen ist, gleichwohl fünf Bestattungsunternehmen angeschrieben wurden. „Wie zu ersehen ist, liegt das Angebot bei allen Positionen weit über den Preisen des bisherigen Vertrages.
 
Aufgrund der derzeitigen Marktsituation, hier wurden die Einzelpreise der umliegenden Friedhöfe beachtet, handelt es sich nach Rücksprache mit einem Fachanwalt um ein wirtschaftliches Angebot. Dies bedeutet, dass der Zuschlag erteilt werden muss“, erklärte Bürgermeister Manfred Walter. Andernfalls könnte der Bewerber eine Schadensklage anstreben – und bekäme Recht. Im Klartext bedeutet dies, dass ab 1. Januar 2019 auch die Preise um ein Vielfaches angehoben werden. Als unverantwortlich bezeichnete dies Paul Vogl (CSU) und kündigte an, dem nicht zuzustimmen. Was wiederum Thomas Reich (FW) veranlasste, das Gremium zur Sachlichkeit aufzufordern. „Hier muss die Kirche im Dorf bleiben. Richtig ist, dass die bisherigen Preise weit unter dem Üblichen lagen und oft nicht kostendeckend waren. Davon haben wir jahrelang profitiert. Jetzt wurden die Preise lediglich auf ein Niveau angehoben, das kostendeckend und auch anderswo üblich ist.“ Auf Anfrage räumte Peter Kramer, Geschäftsführer von „Abschied“ ein, dass es eine entsprechend Preissteigerung gegeben hat. „Als ich vor ein paar Jahren angefangen hatte, musste ich unter den üblichen Preisen anbieten, um ins Geschäft zu kommen. Ich habe viele Jahre lang bei den Serviceleistungen oft drauf bezahlt. Deshalb musste ich die Gebühren angleichen.“ Kramer erklärte auch, wieso er einziger Anbieter war. Dies sei leicht zu erklären, so Kramer. „Wenn ein anderer Bestatter den Zuschlag für die Bestattungsdienstleistungen bekommen hätte, wäre er lediglich berechtigt gewesen, das Grab für die Beerdigung vorzubereiten. Dabei ist nichts verdient. Für die Beerdigung selbst, können sich die Hinterbliebenen jedes andere Beerdigungsinstitut aussuchen. Deshalb nimmt man üblicherweise an keiner Ausschreibung teil, wo bereits ein heimischer Bestatter zuhause ist.“ Gegen fünf Stimmen wurde beschlossen, der Firma Abschied auch für die nächsten vier Jahre einen Bestattungsvertrag zu geben. Die Gebührensatzung wird erst in der nächsten Ratssitzung diskutiert und verabschiedet. LeLe
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