Ralf Schrafstetter aus Gilching beschriftet Eier und Früchte.
ak
Gilching – Gäbe es Robert Lemkes „heiteres Berufe raten“ noch, Ralf Schrafstetter aus Gilching wäre ein geeigneter Kandidat. Eier- und Fruchtbeschrifter nennt er sich seit zwei Jahren. Aktuell stehen angesichts des Osterfestes beschriftete Eier hoch im Kurs.
Wer im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung vor einer Berufswahl steht, kann nicht mehr davon ausgehen, diese Tätigkeit bis zur Rente auszuüben. Oft sind es wirtschaftliche Notwendigkeiten, die einen Berufswechsel notwendig machen, sagt Ralf Schrafstetter. Er kann ein Lied davon singen. Zeitlebens stand er immer wieder vor diversen Herausforderung. „Es war nicht immer leicht, aber immer spannend, etwas Neues dazuzulernen und darin erfolgreich zu sein“, sagt der gelernte Landwirt. „Landwirt ist ein sehr schöner Beruf, der viel Spaß macht. Doch ohne einen eigenen Hof bleiben wenig Möglichkeiten der Entwicklung. Man müsste als Knecht arbeiten, doch das wollte ich nicht.“ Der heute 49-Jährige absolvierte im zweiten Lehrgang die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann und fing beim Raiffeisen Lagerhaus in Rothenfeld bei Andechs an. „Hier konnte ich noch viel dazu lernen, da ich nicht nur regional, sondern überregional aktiv war. Es war der damalige Kreisobmann der Bauern, Georg Schwojer, der mich dann zum LKV Bayern brachte.“ Im so genannten „Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung“ (LKV) übernahm Schrafstetter das Management als Milchprüfer. „Ziel war es, die Höfe mit Milchvieh zu besuchen, um die Wirtschaftlichkeit jeden Tieres zu überprüfen und die Bauern in Bezug auf die Steigerung der Milchleistung zu beraten.“ Nach 17 Jahren beim LKV war die Zeit für eine neue Herausforderung gekommen. „Da lernte ich zufällig den Chef einer Münchner Laserbeschriftung kennen. Ich war von Anfang an fasziniert, was sich da so alles machen lässt“, sagt der ehemalige Fußballtrainer beim TSV-Gilching. „Es handelt sich um eine sehr kreative Tätigkeit, die ich in München von der Pike auf erlernen konnte. Nun kann ich behaupten, dass ich die Materie beherrsche. Das Wichtigste dabei ist, die Eigenschaften des zu lasernden Materials zu studieren und sich darauf einzustellen. Hier werden leider die meisten Fehler gemacht. Vor zwei Jahren machte ich mich dann in Gilching selbstständig.“ Als Beispiel unsachgemäßer Laser-Behandlung führt Schrafstetter Äpfel an, die bereits nach wenigen Tagen zu faulen beginnen. „Meine Äpfel halten genau so lange, als wären sie nicht behandelt worden. Ich arbeite auch komplett ohne Chemie oder sonstige Zusätze, sondern nur mit der Wärme des Laserstrahls.“ 
Es gibt eigentlich nichts, was sich nicht beschriften lässt, sagt Schrafstetter. Leder und Papier, Nüsse, Holz, Kunststoff, Gummi, medizinische Geräte, Metall sowie Obst und Eier. „Derzeit ist die Eierproduktion voll im Gange. Wir lasern das, was der Kunde vorgibt. Das können Sprüche zu Ostern sein, aber auch Logos oder Comicfiguren.“ Aufträge werden generell nur von Läden, Firmen oder größeren Organisationen angenommen, sagt Schrafstetter. Der Grund liege in dem relativ großen Aufwand, den Laser auf das jeweilige Produkt einzustellen. „Deshalb können wir keine Aufträge von Privatkunden annehmen, die meist nur eine kleine Auflage benötigen.“ Kontakt zu Schrafstetter ist unter www.eierbeschrifter.de beziehungsweise www.fruchtbeschrifter.de möglich
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