Zu seiner Jahreshauptversammlung hatte der Brucker Gewerbeverband am Donnerstagabend ins Veranstaltungsforum Fürstenfeld eingeladen. Als Ehrengäste konnte der erste Vorsitzende, Franz Höfelsauer, Uwe Jennerwein, Geschäftsführer des Bundes der Selbständigen Bezirk Oberbayern, sowie Peter Schmid, Kreisvorsitzender vom Einzelhandelsverband begrüßen.
Foto Vorstand: v.l. Martin Alt, Johann Buchfelner, Juliane Egert, Franz Höfelsauer, Mike Trommer, Uwe Jennerwein, Carsten Schuchhardt.
Dieter Metzler

Fürstenfeldbruck – Zu seiner Jahreshauptversammlung hatte der Brucker Gewerbeverband am Donnerstagabend ins Veranstaltungsforum Fürstenfeld eingeladen. Als Ehrengäste konnte der erste Vorsitzende, Franz Höfelsauer, Uwe Jennerwein, Geschäftsführer des Bundes der Selbständigen Bezirk Oberbayern, sowie Peter Schmid, Kreisvorsitzender vom Einzelhandelsverband begrüßen. Bevor die Mitglieder in die Tagesordnung einstiegen, brachte 3. Bürgermeisterin Brigitta Klemenz bei einer Führung durch die Klosterkirche die Geschichte des Klosters und der Kirche den Unternehmern und Geschäftsleuten näher.

Viele Betriebe spüren die Folgen des Ukraine-Krieges, eröffnete Höfelsauer seinen Jahresbericht in einem Seminarraum des Veranstaltungsforums. Die steigenden Kosten für Energie, Rohstoffe und Vorprodukte machen den Unternehmen schwer zu schaffen. Viele sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Verstärkt habe sich die Situation durch eine hohe Inflation, steigende Zinsen und den weiterhin herrschenden Mangel an Fachkräften. Ein ca. 30-prozentiger Rückgang im Baubereich, sowie lange Genehmigungsverfahren belasten die Baubranche. Auch die Meldung von rund 37 Prozent der Handwerksbetriebe über Umsatz- und Auftragsrückgänge seien zwar noch nicht besorgniserregend, aber lassen aufhorchen, so Höfelsauer. 

Der Einzelhandel sei ein guter Gradmesser für den Zustand der Wirtschaft. „Unser aller Wohlstand steht auf dem Spiel“, zitierte Höfelsauer den Präsidenten des Handelsverbandes, Alexander von Preen. Es fehlen Impulse für den Dienstleistungssektor und die Lebensmittelhandwerke. Nach drei Verlustjahren stehe das Gastgewerbe vor existenziellen Herausforderungen. In 2020 und 2021 hat die Branche 36.000 Unternehmen verloren, 2024 droht weiteren 12.000 das Aus, nachdem die Steuererhöhung von sieben auf 19 Prozent kommt.

Nach dem kurzen Bericht über die allgemeine Wirtschaftslage gab Höfelsauer einen Rückblick auf die vielen Aktivitäten und Aktionen, die der Ortsverband mit dem Stadtmarketingforum im vergangenen Jahr erfolgreich umgesetzt hat. Vom „Advent in Bruck“ mit der Adventskalender-Aktion, wo 500 Euro als Hauptgewinn lockten, der Aktion „Frühling in Bruck“ im Februar, gefolgt von der „Flower-Power-Shopping“ Aktion im März, der Osterhasen-Aktion, Osterrally, der Auto- und Mobilitätsschau bis hin zum unlängst ersten „Friday-Club“ des Stadtmarketing-Forums. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Verkauf, sondern das Event. Begonnen haben Stoffe Egert, Concept Store Siebenstern und Brillen Wachter. Es wurde ein großer Erfolg. Am ersten Dezember folgt der nächste „Friday-Club“ mit den Geschäften Füllosophie, Bandou und Kultstore.

Der Restaurant-Chef des „Fürstenfelder“, Gerhard Kohlfürst, stellte seine Gastronomie und seinen persönlichen Werdegang vor. Anfangs habe er viel Lehrgeld gezahlt. Das Unternehmen laufe auf vier Säulen: Hotel, Biergarten mit Selbstbedienung, Restaurant und Veranstaltungsforum, wobei gerade die Veranstaltungen oft einen großen Spagat von der Gastronomie erfordern. Das Hotel mit seinen 94 Zimmern habe auch dem Veranstaltungsforum viel gebracht. Das Restaurant ist bio-zertifiziert und ökologisch ausgerichtet. Besonderen Wert legt Kohlfürst auf soziale Nachhaltigkeit. In seinem Betrieb arbeiten rund 100 Voll- und Teilzeitkräfte aus 20 Nationen. Wichtig ist ihm die Ausbildung, bei der er sich einen guten Ruf erworben hat.

Peter Schmid berichtete von einem neuen Konzept des Stadtmarketings, das auf vier Säulen basieren soll. Neben dem Friday-Club zählt dazu eine gemeinsame Advents-Deko, die Herausgabe eines Magazins, in dem Betriebe vorgestellt werden sowie im Sommer eine kulinarische Veranstaltung. Aktuelle Infos erhielten die Mitglieder zu City-Wlan, dem Unternehmerstammtisch UHU, über den neuen Internetauftritt, insbesondere über das neugestaltete Branchenbuch, sowie über den digitalen Einkaufsgutschein Heimatguthaben.

Jennerwein lobte das großartige Engagement und den Teamgeist des Gewerbeverbandes. Es sei wichtig, sich vor Ort gerade in den schwierigen Zeiten zu engagieren. Auch der Dialog mit dem Stadtmarketing sei deshalb ganz wichtig, ebenso wie der Erfahrungsaustausch zwischen jungen und alten Unternehmern. Das persönliche Gespräch kann keine Videokonferenz letztlich ersetzen.

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