Das Puchheimer Jugendkammerorchester bereiste in den Sommerferien den Norden Europas
ak
Puchheim - Zu den vielfältigen Aktivitäten des Puchheimer Jugendkammerorchesters, kurz PJKO, gehören die jährlichen Konzertreisen zu Beginn der Sommerferien, die dieses Orchester bereits nicht nur durch ganz Europa, sondern schon bis nach Japan geführt haben. Im August brachen die jungen Musiker zusammen mit ihrem Leiter Peter Michielsen und seiner Frau Simone Burger-Michielsen unter der Reiseleitung von Ursel und Paul Bischof auf nach Lettland. Enden sollte die Tour im benachbarten Schweden. Auf dem Programm standen der 1. Satz aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Streichoktett, J.S. Bachs Doppelkonzert BWV 1060 (mit Solisten aus dem Orchester und einem jungen Geiger aus Lettland), eine Elegie von Peter I. Tschaikowsky, der 1. Satz aus ‚Concerto per archi‘ von Nino Rota und, als Reverenz an das Gastland, die Sinfonia in d-Moll des schwedischen Geigers und Komponisten Per Brant. Erstmals präsentiert wurde das neue Programm im lettischen Dubulti und danach gleich in der Hauptstadt Riga: den ersten Teil des Abends gestaltete das Blasorchester der dortigen Musikschule, Jugendliche im gleichen Alter wie die Mitglieder des PJKO. Zuvor konnten sich die beiden Orchester bei gemeinsamen Spielen und Pizzaessen kennen lernen. In der zweiten Hälfte spielte das PJKO und schließlich gab es noch gemeinsame Zugaben: Moonlight Serenade und ‚Ziemelblazmas‘ (ein lettischer Hit). Ein Gegenbesuch des Rigaer Orchesters mit seinem Leiter Mareks Romanovskis in Puchheim im kommenden Jahr ist geplant.
Auch das dritte Konzert im Schloss Bauska war ein großer Erfolg: wieder machten Ensembles aus Bauska (junge Streicher und eine Saxophongruppe) den Anfang. Den Hauptteil des Abends bestritt das PJKO. „Belohnt“ wurden die Gäste aus Bayern mit einem Riesenkuchen in Brezenform. Danach ging es weiter nach Kuldiga, einem kleinen, idyllischen Städtchen mit dem breitesten Wasserfall Europas. Und nun zeigt sich einmal wieder der lebendige und unkonventionelle Charakter des PJKO: als das Konzert um 16 Uhr im Kulturzentrum Kuldiga beginnen sollte, saß tatsächlich nur ein einziger Zuhörer im Publikum. Anstatt in eine Depression zu verfallen, stürmten alle PJKO-ler auf den nahegelegenen Marktplatz, verteilten Flyer und hatten nach ca. zehn Minuten ungefähr 20 Konzertbesucher angelockt. Spontan wurde beschlossen, die erste Hälfte des Konzerts wie geplant im Saal zu spielen und für die zweite Hälfte nach draußen auf den Marktplatz zu gehen. Der so entstandene Open-Air-Abend versetzte Musiker wie Zuhörer in rauschhafte Begeisterung. Mit der Fähre ging es nun von Riga nach Stockholm. Im „Starlight Express“ gab es noch einen Auftritt des Orchesters. Das Abschlusskonzert dieser Tournee fand in der Deutschen Kirche in der Altstadt von Stockholm statt. Die Zuhörer wurden von den Orchestermitgliedern in „ihren“ Sprachen (deutsch, englisch, italienisch, chinesisch und japanisch) begrüßt. Der vorletzte Tag wurde noch für eine Stadtbesichtigung und den Besuch berühmter Museen genutzt, wie des Vasa-, des Astrid-Lindgren- und des Skansen Freilichtmuseums. Mit dem klassischen Bunten Abend klang die Reise aus. Auf dem Flughafen Stockholm löste dann ein Ständchen des PJKO derartige Begeisterung aus, dass die Celli ohne Zusatzkosten in den Laderaum durften.          red
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