Geplant ist auf dem gesamten Areal ein Einkaufszentrum mit Ärztehaus plus Wohnungen
ak
Gilching – Zwei prägende Gebäude in Gilching gehören bald der Vergangenheit an. Anstelle des alten Raiffeisen-Lagerhauses an der Weßlinger Straße entsteht derzeit ein Pflegeheim. Eröffnung ist im Herbst geplant. Das so genannte Post-Hochhaus an der Römerstraße wird ab 7. Juni Stein für Stein abgetragen. Nein, mit der Sprengung wird es nichts, sagt Reinhold Coulon, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Gilching.  Immer wieder hatten Bürger angefragt, wann es den soweit sei, um als Zaunzeuge mit dabei zu sein. Die Raiffeisenbank ist Besitzer des vierstöckigen Gebäudes und auch Bauherr eines neuen Wohn- und Geschäftshauses anstelle des Altbestandes. „Eine Sprengung wird heute nur noch in Ausnahmefällen gemacht, weil dadurch die Sortierung des Alt-Materials schwierig wird“, erklärt der Banker. Wird Stockwerk für Stockwerk abgetragen, können Metall- und andere Gebäude-Teile sofort sortiert und anschließend fachgerecht entsorgt werden.

Mit dem Verschwinden der zwei städtebaulich prägenden Gebäude der Raiffeisenbank – Lagerhaus und Post-Hochhaus - lohnt auch ein Blick in die Entwicklung, die vor fast 125 Jahren begann. Gegründet wurde die Raiffeisenbank am 6. August 1893 von 65 Bürgern beim Oberen Wirt im Altdorf. Gilching hatte damals 715 Einwohner, verteilt auf 90 Anwesen. Was pro Haushalt acht Personen ausmachte. „Der Bankbetrieb war zu Beginn privat im Wohnzimmer von Herrn Anton Metz an der Brucker Straße untergebracht. Die Frauen hatten damals kein Stimmrecht, und deshalb waren die Gründungsmitglieder alle männlich“, erzählt Vorstandsmitglied Wolfgang Schneider. Bereits 1908 entstand das Lagerhaus beim Weiler Rottenried, das 1927 für 3682 Reichsmark erweitert wurde. Erst 1961 entschied sich die Genossenschaft, an der Weßlinger Straße ein großzügiges Lagerhaus zu bauen, das während der Erntezeit auch zum Lagern des Getreides genutzt wurde. Das Bankgebäude mit integrierter Post an der Römerstraße entstand 1957, elf Jahre später wurde es umgebaut und den gewachsenen Bedürfnissen angepasst. Bis 1955 oblag die Leitung der Bank ehrenamtlichen Mitarbeitern. Erst im Jahr 1955 entschloss sich das Konsortium, einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu benennen. Der wirtschaftliche Erfolg blieb der Genossenschaftsbank trotz Inflation, Währungsreform und diversen Bankenkrisen erhalten. 1971 entstand eine Zweigstelle an der Landsberger Straße, 1984 wurde das Bankgebäude an der Römerstraße 30 eingeweiht; 2004 folgte eine Generalsanierung. Das frei gewordene ebenerdige Gebäude neben dem Hochhaus nutzte die Post für die Erweiterung ihrer Schalterhalle. Sowohl die Mieter der zehn Wohnungen wie auch die Post sind längst ausgezogen. Geplant ist auf dem gesamten Areal unter Federführung der Bank ein Einkaufszentrum mit Ärztehaus plus Wohnungen.

Heute zählt die Raiffeisenbank Gilching, die mittlerweile von den zwei gleichberechtigen Vorstandsmitgliedern Wolfgang Schneider und Reinhold Coulon geführt wird, 1858 Mitglieder. Beschäftigt sind insgesamt 42 Mitarbeiter. Ziel der Genossenschaft ist weniger die Gewinnoptimierung als vielmehr die Möglichkeit, dass mit dem Geld der Sparer der Kreditbedarf innerhalb der Region gedeckt wird, betont Schneider. „Unsere Kunden aber können sicher sein, dass wir nicht weltweit in irgendwelche unsicheren Projekte investieren, wir investieren in Gilching.“ LeLe    
Kategorie

Das könnte Sie auch interessieren

Eichenau – Insgesamt 22 neue Stromgeneratoren wurden von der Gemeindeverwaltung Eichenau für ihre ukrainische Partnergemeinde Wischgorod beschafft und zeitnah geliefert.

Gilching – Überraschend und für Bernhard Feilzer schwer nachvollziehbar: Bei der Wahl zum neuen Senioren-Beirat er als langjähriges Mitglied im Seniorenbeirat schlichtweg abgehängt.

Fürstenfeldbruck – Tolle Idee von Oberbürgermeister Christian Götz (BBV) und gleichzeitig eine sinnvolle Unternehmung für den Umwelt- und Klimaschutz und die sukzessive Verschönerung der Stadt: Die 14 Brucker Stadträte/Innen, die nach der diesjährigen Kommunalwahl aus dem Gremium ausgeschieden sind, werden durch je eine gepflanzte Stieleiche bzw.

Landkreis – Die Gebietsbetreuung Ampertal der Landschaftspflegeverbände Dachau und Fürstenfeldbruck freut sich, dass der Flussregenpfeifer wieder an der Amper brütet, und appelliert, das Bootfahrverbot vom 1. März bis 15. Juli in den beiden Naturschutzgebieten Ampermoos und Amperauen mit Leitenwäldern zu beachten.

Gilching – Die nächste große Fernwärme-Baustelle ist eröffnet: Seit Montag, 1. Juni, ist die Römerstraße zwischen Karolingerstraße und Ludwig-Thoma-Straße nur noch Einbahnstraße und nur noch in Richtung Alling befahrbar. Wer aus Richtung Alling kommt, muss über den Starnberger Weg und die Landsberger Straße ausweichen.

Fürstenfeldbruck – Zahlreiche Mädchen und Jungen des Horts an der Cerveteristraße haben sich kürzlich an der fast schon traditionellen Pflanzaktion der Stadt Fürstenfeldbruck beteiligt.

Fürstenfeldbruck – Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Fürstenfeldbruck hat bestätigt, dass zwei im Raum Olching gefundene tote Rotmilane mit dem Nervengift Carbofuran vergiftet wurden.

Fürstenfeldbruck – Die Dauerausstellung „Bruck um 1900“ in der Projektreihe „DU = WIR, Fürstenfeldbrucker Stadtgeschichte(n)“ im 2. Stock des Museums – mit Auftakt zu St. Magdalena im Vorjahr – bringt nun noch mehr Zeitgeschichte in Schwung.