Das Ortsbild der Gemeinde Gilching blutet aus. Innerhalb der letzten zwei Jahre haben etliche Läden und Einrichtungen geschlossen. Zum Jahresende verschwindet nach 29 Jahren nun auch das Künstler-Atelier an der Waldstraße 2, das vielen Hobbymalern und Kunstinteressierten wichtige Heimat war.
Zum Jahresende verschwindet nach 29 Jahren nun auch das Künstler-Atelier an der Waldstraße 2, das vielen Hobbymalern und Kunstinteressierten wichtige Heimat war.
Leni Lehmann

Gilching – Das Ortsbild der Gemeinde Gilching blutet aus. Innerhalb der letzten zwei Jahre haben etliche Läden und Einrichtungen geschlossen. Zum Jahresende verschwindet nach 29 Jahren nun auch das Künstler-Atelier an der Waldstraße 2, das vielen Hobbymalern und Kunstinteressierten wichtige Heimat war.  

„Es schmerzt“, sagt Renate Marquardt. „Die 30 hätte ich gerne noch vollgemacht.“ Die Rede ist von ihrem Atelier an der Waldstraße 2 in Neugilching. Aufgrund enorm gestiegener Nebenkosten sei ihr nichts anderes geblieben, als aufzuhören, bedauert sie. Nach Gilching kam die heute 81Jährige, die im Sudetenland zur Welt kam und in Landsberg aufgewachsen ist, vor 55 Jahren. „Mein Mann und ich zogen damals in ein kleines Häuschen in der Dornier-Siedlung. Anfangs war ich totunglücklich, weil mir Gilching so gar nicht gefallen hat. Mit der Zeit aber hat sich der Ort gemacht. Heute finde ich ihn toll, weil alles vorhanden ist, was man zum Leben braucht.“ Und auch die Leidenschaft zum Malen habe die gelernte Einzelhandelskauffrau und Mutter von zwei Kindern erst in Gilching entdeckt. „Es waren die Stiefmütterchen im eigenen Garten, die mich so fasziniert haben, dass ich sie malen musste.“ Von nun an gab es kein Halten mehr.

Renate Marquardt besuchte diverse Malkurse, lernte unterschiedliche Maltechniken und bereiste mit einer privaten Malgruppe unter anderem Italien, Frankreich, Mallorca sowie den Bayerischen Wald, um neue Eindrücke in Aquarell, Acryl oder auch Öl auf er Leinwand festzuhalten. Letztendlich gründete sie vor 29 Jahren das Atelier, in dem sie Erwachsene wie Kinder in den verschiedensten Maltechniken unterrichtete.

In den Schaufenstern wie auch innerhalb des Ateliers stellte sie außerdem ihre Werke aus, so dass die wechselnden Bilder stets ein Blickfang für Spaziergänger waren. Damit ist zum Jahresende Schluss. Seit Oktober räumt Marquardt aus. Immerhin waren es rund 500 Bilder, die nun peu a peu verschenkt werden. „Ich habe immer welche in einer Kiste vor die Türe gestellt und ein Schild mit zu verschenken angebracht. Sie gingen weg, wie auch die Tassen, Teller, Schalen, Vasen, Bücher und eine Waage.“ Den Rest von rund 300 Werken nimmt sie mit nach Hause. „Ich würde mich freuen, wenn es weitere Interessenten gibt, die zu mir privat kommen und sich Bilder aussuchen können. Ein Anruf unter 08105-1296 genügt.“

Sie selbst wird der Malerei in jedem Falle treu bleiben, betont Marquardt. „Ich habe schon etwas im Kopf, was ich auf die Leinwand bringen will. Zum einen möchte ich eine Stadt mit vielen Menschen malen. Meine zweite Idee ist ein Bild mit wildem Kümmel.“ Und was oder wer zieht in den leer werdenden Laden ein? „Er wird als Wohnung privat vermietet. Der Mieter steht aber schon fest“, sagt Marquardt. LeLe       

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