• 12. Januar 2018, 8:26
Von Schafen, Greifvögeln und anderem Getier...
Vor eineinhalb Jahren startete der Versuch mit 12 Coburger Fuchsschafen, um der Wühlmausplage am Steinberg herr zu werden.

Gilching  – „Sie ersparen uns jede Menge Arbeit und erfreuen zudem die Spaziergänger“, sagt Jan Haas, Umweltbeauftragter der Gemeinde Gilching. Die Rede ist von der Schafherde, die vor 18 Monaten nicht nur die Beweidung rund ums Auffangbecken am Steinberg, sondern auch dem Kampf gegen die Wühlmausplage übernommen hat. Die Bilanz ist positiv. Weil es am Reßweg unterhalb des Steinbergs bei Dauerregen immer wieder zu Überschwemmungen kam, entschied der Gemeinderat vor rund 15 Jahren, oberhalb des Steinbergs ein so genanntes Auffangbecken zu bauen. Mit der Zeit jedoch wurde befürchtet, dass die fleißigen Wühlmäuse, die sich auf der Wiese tummeln, auch vor dem Damm nicht Halt machen. Einsturzgefahr war gegeben. Doch der Einsatz von Greifvögeln scheiterte kläglich. Das Gras war viel zu hoch, als dass die flinken Nager von Mäusebussards sowie Turmfalken entdeckt werden konnten. Da kam die Verwaltung auf die Idee, es mit einer Schafherde zu probieren. Bekanntlich fühlen sich die unterirdischen Bewohner nicht wohl, wird ihnen auf dem Kopf herum getrampelt. Sie suchen das Weite.

Vor eineinhalb Jahren startete der Versuch mit 12 Coburger Fuchsschafen, die Familie Kaspar aus Rottenried zur Verfügung stellte. „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, sagt Umweltexperte Jan Haas. Es seien aber nicht nur die Wühlmäuse deutlich weniger geworden, die stets hungrigen Schafe kümmerten sich auch fleißig um die Beweidung des großflächigen Areals rund um das Rückhaltebecken. Zudem wurden kürzlich etliche Bäume gefällt und Buschwerk entfernt, um im Flutungsfall dem überlaufenden Wasser ausreichend Platz zu bieten. Auf der Agenda steht aktuell auf Anregung des Wasserwirtschaftsamtes die Überprüfung des Rückhaltebeckens, um es gegebenenfalls den neuen Bestimmungen und erhöhten Anforderungen anzupassen, sagt Alexander Murr vom Bauamt. Sobald das Becken und der Damm angepasst sind, geht es an die Renaturierung des Aubachs zwischen der Gärtnerei Wurm und dem Reßweg. Wie berichtet, soll das Uferareal entlang des relativ schmalen Rinnsals um zehn Meter verbreitert werden, so dass sich das Wasser gut verteilen kann. Einen Zeitplan gibt es nicht, bedauert Murr. „Wir haben noch sehr viele Projekte, die fertig gestellt werden müssen, bevor wir etwas Neues anfangen können.“ Die Schafe jedoch befinden sich derzeit im Winterurlaub, kommen aber im Frühjahr wieder zurück, verspricht Murr. Lele

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