• 12. Juli 2018, 13:33
Teures Bauland in Gilching
Die Grundstückspreise in unmittelbarer Nähe zum Flughafen lagen vor gut zehn Jahren bei 320 bis 380 Euro pro Quadratmeter.

Gilching – Wer sich in der Gemeinde Gilching ein Eigenheim errichten will, wird sich auf Dauer hoch verschulden müssen. Sowohl die Preise fürs Bauland sowie für Häuser und Wohnungen macht vielen Bürgern zu schaffen. Innerhalb der letzten zehn Jahre haben sich diese mehr als verdreifacht. Es ist noch gar nicht lange her, da fanden die Bürger rund um den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen in ihren Briefkästen wahre Horrormeldungen. Seitens des Vereins Fluglärm war in aufwendigen Info-Blättern prognostiziert worden, dass die Grundstücke angesichts der Flughafen-Pläne einen enormen Werteverlust erleiden werden. Wie berichtet, war damals zur Auslastung des Sonderflughafens „qualifizierter Geschäftsreiseflugverkehr“ durch das Luftamt Süd genehmigt worden. Mit selbst errechneten Prognosen hofften seinerzeit Mitglieder des Vereins Fluglärm, die Anwohner für ihren Kampf gegen diese Entwicklung zu gewinnen beziehungsweise ausreichend Spenden zu bekommen, um gegen den Flughafen vor Gericht zu ziehen. Der Verein errechnete einen Werteverlust von Immobilien in Neugilching in Höhe von 20 %, im Ortsteil Argelsried von 25 % und in Geisenbrunn von 30 %. Rechnet man die umliegenden Gemeinden Weßling und Seefeld inklusive deren Ortsteile hinzu, kam man auf einen Werteverlust bei Immobilien in einer Gesamthöhe von 380 Millionen Euro. Stand Oktober 2008. Gleiches drohe den Besitzern von baureifen aber noch unbebaute Grundstücken, so die Fluglärmgegner. Die Grundstückspreise in unmittelbarer Nähe zum Flughafen lagen vor gut zehn Jahren bei 320 bis 380 Euro pro Quadratmeter. Grundstücke im Zentrum von Gilching, beziehungsweise im Norden Richtung Alling, wurden 2005 mit einem Wert von 400 bis 450 Euro pro Quadratmeter angegeben.

Davon können Bauwerber heute nur träumen. Entgegen der Prophezeiungen des Vereins Fluglärm stiegen nämlich die Preise für Grundstücke sowie für Immobilien, insbesondere in der Gemeinde Gilching, um mehr als das Dreifache.  „Die Berechnungen der Fluglärmgegner lagen völlig daneben“, erklärte Gilchings Gewerbereferent Manfred Herz (CSU) auf Anfrage. Zumal damals schon absehbar gewesen sei, dass sich das Gewerbe rund um Gilching positiv entwickelt, was auch Zuzug bedeutet. „Die Gemeinde Gilching wird schon in wenigen Jahren eine der erfolgreichsten Gemeinden im Landkreis Starnberg sein“, prognostizierte Herz. Die Folge seien allerdings Grundstückspreise, die heute laut Bauwerber zwischen 1000 und 1600 Euro pro Quadratmeter liegen. Eine Entwicklung, von der auch viele Anlieger rund um den Flughafen profitiert haben, betonte Herz. „Die Grundstücke waren wegen der Flughafennähe oft sehr günstig, als die gekauft wurden. Heute akzeptieren Käufer alles, egal ob Autobahn oder Flughafen, nur um überhaupt noch ein Grundstück oder eine Immobilie zu bekommen.“ Der Experte befürchtet allerdings, dass schon in wenigen Jahren etliche Notverkäufe notwendig werden. „Viele Käufer von Immobilien haben sich heute nur angesichts der niedrigen Zinsen auf eine hohe Verschuldung eingelassen. Sie rechneten sich das neue Eigenheim einfach schön, obwohl die derzeitigen Zinsen nicht der Realität entsprechen. Steigen die Zinsen in zehn Jahren von derzeit etwa 1,5 Prozent nur auf das Doppelte, was ja noch moderat wäre, bricht alles zusammen.“ Und wie geht es mit der Preisentwicklung weiter? „Ich denke, dass der Höhepunkt erreicht ist und nur noch eine moderate Steigerung möglich wird. Aber eine hundertprozentige Prognose gibt es einfach nicht.“    LeLe

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