• 8. Januar 2018, 11:31
Fragebogen für mehr Barrierefreiheit
Den Anstoß barrierefreie Kommune machte der Seniorenbeirat Gilching schon im Mai 2015

Gilching – Gut Ding braucht Weile, auch wenn sich Otto Normalbürger wünscht, dass manche Projekte schneller umgesetzt werden. Fast drei Jahre ist es nun her, dass sich der Seniorenbeirat in Gilching auf Spurensuche machte und Stolperschwellen, insbesondere für Menschen mit Behinderungen, aufzeigte. Ein aufwendiges Konzept barrierefreie Kommune wurde damals an Bürgermeister Manfred Walter übergeben. Jetzt hat die Gemeinde eine Fragebogenaktion unter Ladenbesitzern und sozialen Einrichtungen veranlasst. 

Ortsbezogen lud der Seniorenbeirat in Gilching Anfang 2015 zu einer Spurensuche durchs Ortszentrum ein. Mit dabei Vertreter der Polizei, Entscheidungsträgen und Betroffene. Dabei stellte sich heraus, dass nicht nur viele Randsteine für Rollstuhlfahrer und Benutzer von Rollatoren unüberwindbar sind, sondern auch etliche Geschäfte durch zu hohe Stufen am Eingang nicht besucht werden können. Zudem ist der einzige Briefkasten im Ortszentrum beim Edeka am Bahnhof viel zu hoch angelegt, so dass der Einwurfschlitz für kleinere Menschen aber auch für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar ist. „Das ist ein Problem, dass sich eigentlich leicht beheben lässt“, sagte Bauamtsleiter Max Huber. Die Anregung habe er bereits an den Gilchinger Arbeitskreis „Gemeinsam stärken“ weitergegeben. Außerdem wurde in Kooperation mit dem Arbeitskreis eine Umfrage unter heimischen Geschäften, Arztpraxen, Vereinen, Schulen, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche und weitere Institutionen gestartet. „Wir haben einen entsprechenden Fragebogen für einen barrierefreien Wegweiser verschickt und hoffen, dass sich viele der Angeschriebenen auch beteiligen“, betont Huber. Unter anderem wird abgefragt, inwieweit die Zugänge stufenlos oder aber auch Aufzüge vorhanden sind, gibt es Klingeln, um Mitarbeiter der jeweiligen Einrichtungen um Hilfe zu bitten oder gibt es finanzielle Vergünstigungen für Menschen mit Schwerbehinderten-Ausweisen. Ein Rückumschlag der bisher 200 angeschriebenen Institutionen ist beigefügt. Die ausgefüllten Fragebögen sollten bis spätestens 1. Februar zurückgeschickt werden. „Sollte jemand keinen Fragebogen erhalten haben, sich aber an der Umfrageaktion beteiligen wollen, Anruf genügt, wir schicken ihn noch zu. Er kann aber auch im Rathaus abgeholt oder über die Homepage der Gemeinde heruntergeladen werden“, sagt Huber.

Sobald die Antworten eingegangen und auch ausgewertet sind, werden die Ergebnisse der Umfrage innerhalb der diversen Arbeitskreise öffentlich diskutiert und Verbesserungsvorschläge mit den jeweiligen Institutionen abgesprochen. Huber: „Nur durch die Kreativität und Unterstützung aller Bürger kann das Ziel gelingen, die Gemeinde Gilching so zu gestalten, dass Menschen mit und ohne Behinderung gut zusammenleben können und der rücksichtvolle und respektvolle Umgang miteinander selbstverständlich ist.“ Für Fragen und Anregungen stehen Max Huber sowie Marc Luplow von der Gemeindeverwaltung unter Telefon 08105-386661 zur Verfügung. LeLe

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